The Prague Post - Abschied von Kriegsverbrecher Mladic: Tausende bei Beisetzung in Belgrad

EUR -
AED 4.272977
AFN 76.210838
ALL 92.166336
AMD 423.399278
ANG 2.082426
AOA 1068.100094
ARS 1758.939905
AUD 1.611249
AWG 2.094313
AZN 1.967204
BAM 1.957209
BBD 2.342986
BDT 142.884067
BGN 1.973734
BHD 0.438616
BIF 3480.460153
BMD 1.163507
BND 1.472841
BOB 14.512445
BRL 5.965649
BSD 1.163337
BTN 109.852593
BWP 15.57521
BYN 3.577775
BYR 22804.745464
BZD 2.339584
CAD 1.603022
CDF 2652.797182
CHF 0.939939
CLF 0.027533
CLP 1087.169901
CNY 7.808646
CNH 7.806751
COP 3639.521025
CRC 527.980008
CUC 1.163507
CUP 30.832947
CVE 110.344419
CZK 24.210381
DJF 207.149093
DKK 7.474843
DOP 68.859561
DZD 154.938495
EGP 59.244054
ERN 17.452611
ETB 188.63787
FJD 2.552799
FKP 0.860687
GBP 0.858558
GEL 3.030922
GGP 0.860687
GHS 13.232524
GIP 0.860687
GMD 86.099971
GNF 10225.315616
GTQ 8.880353
GYD 243.375167
HKD 9.122812
HNL 31.211464
HRK 7.537549
HTG 152.130802
HUF 364.258685
IDR 20501.000769
ILS 3.504339
IMP 0.860687
INR 110.184327
IQD 1523.909915
IRR 1599357.302253
ISK 140.400815
JEP 0.860687
JMD 184.742967
JOD 0.82487
JPY 178.394745
KES 150.580737
KGS 101.748332
KHR 4710.430765
KMF 493.327202
KPW 1047.157021
KRW 1561.863298
KWD 0.359478
KYD 0.969406
KZT 528.404855
LAK 26068.986921
LBP 104173.272902
LKR 381.647967
LRD 203.575646
LSL 18.598646
LTL 3.435535
LVL 0.703794
LYD 7.394322
MAD 10.917658
MDL 20.095636
MGA 4981.585441
MKD 61.569314
MMK 2443.063116
MNT 4185.172677
MOP 9.394442
MRU 46.731635
MUR 54.522106
MVR 17.987501
MWK 2017.151823
MXN 19.741411
MYR 4.717787
MZN 74.351798
NAD 18.598646
NGN 1537.830908
NIO 42.810813
NOK 10.769
NPR 175.764505
NZD 1.983693
OMR 0.447367
PAB 1.163237
PEN 3.902843
PGK 5.16872
PHP 72.788815
PKR 323.073929
PLN 4.311231
PYG 6929.987782
QAR 4.228543
RON 5.251728
RSD 117.332759
RUB 100.358622
RWF 1715.834953
SAR 4.370073
SBD 9.308655
SCR 16.085507
SDG 699.860735
SEK 11.155814
SGD 1.470908
SHP 0.862003
SLE 28.680496
SLL 24398.167978
SOS 664.778467
SRD 43.916005
STD 24082.254515
STN 24.517541
SVC 10.178413
SYP 15127.923387
SZL 18.595384
THB 38.232683
TJS 10.742886
TMT 4.072276
TND 3.3952
TOP 2.801447
TRY 56.381821
TTD 7.896751
TWD 36.664461
TZS 3079.257348
UAH 51.705414
UGX 4397.164811
USD 1.163507
UYU 46.823499
UZS 13714.989088
VES 938.225737
VND 30206.97968
VUV 137.255673
WST 3.162548
XAF 656.429458
XAG 0.017567
XAU 0.000264
XCD 3.144437
XCG 2.096527
XDR 0.82266
XOF 656.429458
XPF 119.331742
YER 275.75067
ZAR 18.631273
ZMK 10472.961921
ZMW 22.306055
ZWL 374.648915
  • DAX

    -64.4500

    25942.08

    -0.25%

  • TecDAX

    -5.5000

    4050.02

    -0.14%

  • MDAX

    -19.4000

    32386.04

    -0.06%

  • SDAX

    -7.8000

    18745.68

    -0.04%

  • Goldpreis

    -27.2000

    4449.4

    -0.61%

  • Euro STOXX 50

    -15.5400

    6388.45

    -0.24%

  • EUR/USD

    -0.0011

    1.1614

    -0.09%

Abschied von Kriegsverbrecher Mladic: Tausende bei Beisetzung in Belgrad
Abschied von Kriegsverbrecher Mladic: Tausende bei Beisetzung in Belgrad / Foto: STRINGER - AFP

Abschied von Kriegsverbrecher Mladic: Tausende bei Beisetzung in Belgrad

Tausende Menschen haben in Serbien Abschied von dem in Haft gestorbenen Kriegsverbrecher Ratko Mladic genommen. Die Trauerfeier fand am Montag in der kleinen Kirche St. Luka in der serbischen Hauptstadt Belgrad statt. Im Anschluss wurde der Sarg auf dem nahegelegenen Topcider-Friedhof beigesetzt. Angesichts der Feierlichkeiten verurteilte die EU die "Verherrlichung von Kriegsverbrechern" in Serbien, das EU-Mitglied werden will.

Textgröße:

Der ehemalige bosnisch-serbische Armeechef war am 27. August im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus im niederländischen Den Haag gestorben, wo er eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 verbüßte. Sein Name ist untrennbar mit dem Massaker von Srebrenica im Juli 1995 verbunden, bei dem bosnisch-serbische Truppen unter seinem Kommando die UN-Schutzzone gestürmt und etwa 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet hatten.

Angesichts dessen hatte die Ankündigung von Serbiens Justizminister Nenad Vujic, wonach Mladic mit "militärischen und staatlichen Ehren" beerdigt werden sollte, bei der EU in Brüssel Empörung ausgelöst. Aus Protest gegen die "Verherrlichung" Mladics in Serbien sagte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos einen Besuch in dem Land ab.

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic, der aus Termingründen eine Teilnahme an der Beisetzung absagte, wies die Vorwürfe einer Verherrlichung des ehemaligen Generals zurück. Die Trauerfeier sei von Mladics Familie ausgerichtet worden, betonte er. Der Staat werde lediglich dafür sorgen, dass die Veranstaltung sicher sei. Die St.-Luka-Kirche ist deutlich kleiner als der Dom des Heiligen Sava im Zentrum Belgrads, in dem normalerweise Staatsbegräbnisse stattfinden.

Schon am Montagmorgen hatten sich vor der Kirche mit dem aufgebahrten Sarg lange Schlangen gebildet. Hunderte Menschen warteten, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Mladics Sohn Darko stand am Eingang der Kirche.

Im Innenraum küssten viele Menschen den mit Medaillen und der für Mladic typischen Offiziersmütze geschmückten Sarg, an dem eine Ehrenwache von Soldaten und Veteranen stand, während orthodoxe Priester Gebete sprachen. Unter den Trauergästen befanden sich neben mehreren Ministern der serbischen Regierung auch der russische Botschafter in Serbien und der frühere Präsident der Republika Srpska, Milorad Dodik.

Nach der Trauerfeier wurde der Sarg von Soldaten ins Freie getragen, wo ebenfalls tausende Menschen warteten und die Straßen säumten. Viele von ihnen schwenkten Flaggen mit dem Gesicht des Generals. Zudem waren auch Flaggen der bosnisch-serbischen Teilrepublik Republika Srpska zu sehen.

Langsam bewegte sich der Zug dann in Richtung des nahegelegenen Friedhofs Topcider, wo Mladic neben seiner Tochter beigesetzt wurde. Die 23-Jährige hatte sich 1994 während des Bosnienkriegs das Leben genommen, einigen Berichten zufolge aus Scham über die Verbrechen ihres Vaters. Ihre Familie bestreitet das. Als Mladic 2011 nach Den Haag überstellt wurde, war es sein letzter Wunsch gewesen, das Grab seiner Tochter zu besuchen.

"Danke, Brüder, dass ihr gekommen seid, um zu entscheiden, ob mein Vater ein Held oder ein Verbrecher war", sagte Darko Mladic, bevor der Sarg ins Grab hinabgelassen wurde. Die Menge, viele von ihnen Kriegsveteranen und junge Männer, antwortete darauf mit Sprechchören: "Held! Held!"

Mladic wird trotz seiner Verurteilung von serbischen Nationalisten weiter als "Held" verehrt, insbesondere in der Republika Srpska. Von dort waren Menschen mit Bussen zu der Trauerfeier angereist. Auf einem Banner gegenüber der Kirche stand: "Willkommen General, Dank sei Deiner Mutter gegeben, dass sie einen Helden geboren hat, so dass der Ruhm des Serbentums zurückkehren mag."

Die Rentnerin Radojka Visic aus dem bosnischen Banja Luka sagte, sie sei gekommen, um einen "Nationalhelden" zu verabschieden. "Sie konnten uns auf dem Schlachtfeld nicht besiegen, deshalb haben sie ihn ins Gefängnis gesteckt und dort gefoltert." Und der Kriegsveteran Nemanja Konstantinovic sagte, Mladic habe nur sein Volk verteidigt. "Er wurde leider angeklagt, obwohl er für nichts schuldig war."

Ein Sprecher des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EEAS) in Brüssel sagte am Montag, die "Leugnung von Völkermord" und ein allgemeiner Revisionismus widersprächen den "grundlegendsten europäischen Werten". Dies habe "keinen Platz in der EU oder in EU-Beitrittskandidaten".

Die EU stehe in Solidarität "mit allen Opfern, Überlebenden und ihren Familien, die unter Kriegsverbrechen in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens gelitten haben", erklärte der Sprecher. Brüssel unterstütze alle Länder des westlichen Balkans in ihren Bemühungen zur "Förderung von Versöhnung und regionaler Stabilität".

Der Verband der Mütter von Srebrenica hatte die Beerdigung als "Schande" bezeichnet und internationale Institutionen zum Handeln aufgefordert. "Die Beerdigung des verurteilten Kriegsverbrechers Mladic droht zur größten faschistischen Kundgebung in Europa in den vergangenen 70 Jahren zu werden", hieß es im Onlinedienst X.

X.Kadlec--TPP