The Prague Post - Großteils ohne Nutzen: Versicherte zahlen 2,4 Milliarden Euro für Igel-Leistungen

EUR -
AED 4.289452
AFN 79.854676
ALL 97.622391
AMD 446.293796
ANG 2.090452
AOA 1071.049114
ARS 1558.081834
AUD 1.788012
AWG 2.105306
AZN 1.985049
BAM 1.95665
BBD 2.351821
BDT 141.991658
BGN 1.956918
BHD 0.440376
BIF 3482.912402
BMD 1.167992
BND 1.498451
BOB 8.068504
BRL 6.324093
BSD 1.167707
BTN 102.22639
BWP 15.689813
BYN 3.969023
BYR 22892.646789
BZD 2.34842
CAD 1.605791
CDF 3352.137754
CHF 0.93642
CLF 0.02883
CLP 1130.99027
CNY 8.355802
CNH 8.314539
COP 4702.978925
CRC 589.455962
CUC 1.167992
CUP 30.951793
CVE 110.312902
CZK 24.532569
DJF 207.930291
DKK 7.464463
DOP 73.481908
DZD 151.518229
EGP 56.656144
ERN 17.519883
ETB 167.365176
FJD 2.635458
FKP 0.867356
GBP 0.864653
GEL 3.147707
GGP 0.867356
GHS 13.369806
GIP 0.867356
GMD 83.489841
GNF 10123.395933
GTQ 8.950887
GYD 244.296082
HKD 9.103921
HNL 30.565273
HRK 7.534245
HTG 152.786345
HUF 396.661563
IDR 19101.285763
ILS 3.883808
IMP 0.867356
INR 102.30683
IQD 1529.764277
IRR 49128.736002
ISK 142.997183
JEP 0.867356
JMD 186.250877
JOD 0.828132
JPY 171.50739
KES 151.091748
KGS 102.031474
KHR 4680.032234
KMF 494.64548
KPW 1051.169438
KRW 1617.972535
KWD 0.356927
KYD 0.973023
KZT 627.772601
LAK 25337.002213
LBP 104563.705221
LKR 353.073317
LRD 234.111659
LSL 20.630058
LTL 3.448778
LVL 0.706507
LYD 6.337752
MAD 10.527972
MDL 19.45945
MGA 5135.229897
MKD 61.566734
MMK 2452.398988
MNT 4200.916985
MOP 9.374871
MRU 46.619244
MUR 53.739005
MVR 17.991347
MWK 2024.679187
MXN 21.786266
MYR 4.917545
MZN 74.631746
NAD 20.630058
NGN 1793.673999
NIO 42.968658
NOK 11.758884
NPR 163.562024
NZD 1.984775
OMR 0.449097
PAB 1.167707
PEN 4.1463
PGK 4.941146
PHP 66.49963
PKR 331.089171
PLN 4.264048
PYG 8439.664798
QAR 4.268153
RON 5.071769
RSD 117.128591
RUB 94.026181
RWF 1690.734176
SAR 4.382459
SBD 9.589588
SCR 16.584534
SDG 701.374775
SEK 11.075246
SGD 1.497804
SHP 0.917858
SLE 27.202247
SLL 24492.209713
SOS 667.289761
SRD 44.986968
STD 24175.080023
STN 24.510643
SVC 10.217437
SYP 15185.733327
SZL 20.625957
THB 37.703056
TJS 10.999376
TMT 4.099653
TND 3.416183
TOP 2.735556
TRY 48.058321
TTD 7.925442
TWD 35.631006
TZS 2928.305885
UAH 48.136102
UGX 4148.801555
USD 1.167992
UYU 46.730292
UZS 14494.29393
VES 168.416011
VND 30805.793829
VUV 140.062109
WST 3.126287
XAF 656.241963
XAG 0.02993
XAU 0.000342
XCD 3.156558
XCG 2.104414
XDR 0.816154
XOF 656.241963
XPF 119.331742
YER 280.493412
ZAR 20.660485
ZMK 10513.335107
ZMW 27.351877
ZWL 376.093006
  • EUR/USD

    -0.0009

    1.1675

    -0.08%

  • SDAX

    15.1900

    16964.16

    +0.09%

  • Euro STOXX 50

    3.6600

    5396.73

    +0.07%

  • TecDAX

    -4.3100

    3743.17

    -0.12%

  • MDAX

    -124.4700

    30358.46

    -0.41%

  • DAX

    -6.2900

    24039.92

    -0.03%

  • Goldpreis

    -2.5000

    3471.8

    -0.07%

Großteils ohne Nutzen: Versicherte zahlen 2,4 Milliarden Euro für Igel-Leistungen
Großteils ohne Nutzen: Versicherte zahlen 2,4 Milliarden Euro für Igel-Leistungen / Foto: Charly TRIBALLEAU - AFP/Archiv

Großteils ohne Nutzen: Versicherte zahlen 2,4 Milliarden Euro für Igel-Leistungen

Gesetzlich Versicherte geben in Arztpraxen jährlich 2,4 Milliarden Euro für Selbstzahlerleistungen aus, obwohl diese großteils ohne Nutzen sind oder sogar schaden können. Von 56 untersuchten individuellen Gesundheitsleistungen (Igel) sind lediglich drei "tendenziell positiv", wie der am Dienstag vom Medizinischen Dienst Bund vorgestellte sogenannte Igel-Monitor zeigt. Den Patientinnen und Patienten fehle oft das nötige Wissen zu Igel-Leistungen, in den Praxen werde nur unzureichend darüber aufgeklärt.

Textgröße:

Zu den häufigsten individuellen Gesundheitsleistungen, die Versicherte aus eigener Tasche zahlen, gehören Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke und Gebärmutter zur Krebsfrüherkennung, die Augeninnendruckmessung zur Glaukomvorsorge oder die PSA-Bestimmung zur Früherkennung von Prostatakrebs. Diese Leistungen werden von den Igel-Experten allerdings als "negativ" oder "tendenziell negativ" bewertet, es gibt also Hinweise auf mögliche Schäden oder Nebenwirkungen.

Beim Ultraschall von Eierstöcken und Gebärmutter zur Krebsfrüherkennung kann es demnach zu vielen falsch-positiven Ergebnissen und damit zu unnötigen weiteren Untersuchungen und Eingriffen kommen. Zugleich sei nicht belegt, dass das Risiko, an Eierstockkrebs zu sterben, damit verringert werden könne.

Selbstzahlerleistungen seien "kein Randproblem", sondern "ein Massenphänomen", kritisierte Stefan Gronemeyer, Vorstandsvorsitzender Medizinischer Dienst Bund. Er nannte es bedrückend, dass Patientinnen und Patienten "aus Unwissenheit und Sorge um ihre Gesundheit große Summen für fragwürdige und sogar schädliche Leistungen ausgeben".

In einer Forsa-Befragung für den Igel-Report gab nur jeder viere Versicherte (26 Prozent) an, gut informiert zu sein. Zwei von drei Befragten gingen zudem von der falschen Annahme aus, dass die Selbstzahlerleistungen medizinisch notwendige Leistungen seien. Befragt wurden 2013 Versicherte im Alter zwischen 18 und 80 Jahren.

Von den 56 bewerteten Selbstzahlerleistungen sind demnach 30 "tendenziell negativ" oder "negativ". Bei 23 Leistungen ist das Ergebnis "unklar", das heißt, für ihren Nutzen gibt es meistens keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Nur drei Selbstzahlerleistungen bewertet der Igel-Monitor wissenschaftlich mit "tendenziell positiv". Dazu zählen die Akupunktur zur Migränevorbeugung und die Lichttherapie bei einer saisonal depressiven Störung, der sogenannten Winterdepression.

Gronemeyer nannte die unzureichende Aufklärung über mögliche Schäden durch Selbstzahlerleistungen "nicht akzeptabel". Er forderte eine Verpflichtung von Arztpraxen, allgemeinverständliche Informationen auszulegen, wenn sie solche Leistungen anbieten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband nannte es "bedenklich", dass sich individuelle Gesundheitsleistungen als Geschäftsmodell in Arztpraxen längst etabliert hätten.

Die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann, sieht einen "direkten Zusammenhang" zwischen dem Anstieg bei den Privatleistungen und den immer längeren Wartezeiten von gesetzlich Versicherten auf Facharzttermine. "Wenn ein Facharzt seine Zeit mit Schönheitsbehandlungen oder fragwürdigen Vorsorgeuntersuchungen ohne wissenschaftlich belegbaren Nutzen verbringt, fehlen eben Kapazitäten für die vertragsärztliche Versorgung", kritisierte die AOK-Chefin.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte eine vierzehntägige Bedenkzeit zwischen dem Angebot des Arztes und der Erbringung der Igel-Leistung. "Wird die Frist nicht eingehalten, kann der Patient die Zahlung verweigern", erklärte Vorstand Eugen Brysch.

T.Musil--TPP