The Prague Post - Bundestag beschließt Pläne für neuen Wehrdienst - Schüler streiken

EUR -
AED 4.357777
AFN 75.353149
ALL 96.405198
AMD 446.292596
ANG 2.123692
AOA 1088.110806
ARS 1660.347415
AUD 1.677693
AWG 2.135877
AZN 1.979885
BAM 1.954892
BBD 2.38749
BDT 144.972627
BGN 1.955094
BHD 0.445093
BIF 3496.874909
BMD 1.186599
BND 1.498304
BOB 8.191193
BRL 6.193332
BSD 1.185349
BTN 107.369103
BWP 15.633735
BYN 3.397221
BYR 23257.331696
BZD 2.383992
CAD 1.615584
CDF 2675.779819
CHF 0.911824
CLF 0.025931
CLP 1023.919819
CNY 8.197794
CNH 8.1909
COP 4343.481468
CRC 574.932813
CUC 1.186599
CUP 31.444862
CVE 110.213781
CZK 24.259948
DJF 211.081905
DKK 7.470492
DOP 73.845682
DZD 153.066866
EGP 55.340865
ERN 17.798978
ETB 184.606408
FJD 2.602864
FKP 0.869168
GBP 0.869457
GEL 3.174181
GGP 0.869168
GHS 13.044938
GIP 0.869168
GMD 87.214358
GNF 10404.164906
GTQ 9.091775
GYD 247.99475
HKD 9.274846
HNL 31.319445
HRK 7.535493
HTG 155.427769
HUF 378.770598
IDR 19973.776172
ILS 3.667456
IMP 0.869168
INR 107.459555
IQD 1552.878336
IRR 49985.464355
ISK 144.966234
JEP 0.869168
JMD 185.513787
JOD 0.841286
JPY 181.411342
KES 152.848967
KGS 103.767806
KHR 4767.784283
KMF 492.438489
KPW 1067.980635
KRW 1709.72229
KWD 0.363823
KYD 0.987841
KZT 586.597393
LAK 25438.178198
LBP 106149.669409
LKR 366.529664
LRD 221.007292
LSL 19.024859
LTL 3.503717
LVL 0.717762
LYD 7.473527
MAD 10.839063
MDL 20.127646
MGA 5185.590118
MKD 61.611368
MMK 2491.129287
MNT 4232.10027
MOP 9.545964
MRU 47.243045
MUR 54.467583
MVR 18.279566
MWK 2055.44478
MXN 20.36107
MYR 4.63663
MZN 75.835758
NAD 19.024859
NGN 1605.940691
NIO 43.619729
NOK 11.295807
NPR 171.790165
NZD 1.966603
OMR 0.453969
PAB 1.185449
PEN 3.976952
PGK 5.088635
PHP 68.642943
PKR 331.531728
PLN 4.210657
PYG 7774.387034
QAR 4.320092
RON 5.092169
RSD 117.365457
RUB 91.631433
RWF 1730.595746
SAR 4.448864
SBD 9.546402
SCR 15.989569
SDG 713.74047
SEK 10.597755
SGD 1.498004
SHP 0.890256
SLE 29.012099
SLL 24882.377647
SOS 676.885433
SRD 44.798863
STD 24560.194374
STN 24.488619
SVC 10.37218
SYP 13123.275599
SZL 19.02116
THB 36.879125
TJS 11.183903
TMT 4.153095
TND 3.417712
TOP 2.857045
TRY 51.876612
TTD 8.046261
TWD 37.240145
TZS 3093.762246
UAH 51.120743
UGX 4196.049983
USD 1.186599
UYU 45.698763
UZS 14568.229754
VES 466.012934
VND 30815.964497
VUV 141.272699
WST 3.218312
XAF 655.652301
XAG 0.015541
XAU 0.000237
XCD 3.206842
XCG 2.136307
XDR 0.815421
XOF 655.652301
XPF 119.331742
YER 282.826211
ZAR 18.903287
ZMK 10680.813598
ZMW 21.543988
ZWL 382.084251
  • EUR/USD

    -0.0002

    1.1869

    -0.02%

  • Goldpreis

    -32.3000

    5014

    -0.64%

  • Euro STOXX 50

    -26.0600

    5985.23

    -0.44%

  • MDAX

    185.3400

    31299.04

    +0.59%

  • DAX

    62.1800

    24914.88

    +0.25%

  • TecDAX

    46.8100

    3655.33

    +1.28%

  • SDAX

    156.6800

    17840.08

    +0.88%

Bundestag beschließt Pläne für neuen Wehrdienst - Schüler streiken
Bundestag beschließt Pläne für neuen Wehrdienst - Schüler streiken / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Bundestag beschließt Pläne für neuen Wehrdienst - Schüler streiken

Fragebogen, Pflicht-Musterung, aber vorerst weiter freiwillig zum Bund. Der Bundestag hat die umstrittenen Pläne für einen neuen Wehrdienst mit den Stimmen der Regierungsfraktionen Union und SPD beschlossen. Grüne, Linke und AfD stimmen aus unterschiedlichen Gründen dagegen. Bundesweit riefen Jugendorganisationen für Freitag zu einem Schülerstreik und Protesten gegen die Wehrdienstpläne auf.

Textgröße:

Union und SPD hatten lange um den Wehrdienst gestritten. CDU/CSU forderten dabei zunächst einen Automatismus für einen Übergang zu einer Wehrpflicht, wenn Personalziele zur Stärkung der Bundeswehr nicht erreicht werden. Da nicht alle Männer eines Jahrgangs gebraucht werden, war dafür ein Losverfahren zur Auswahl im Gespräch. Dagegen legte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sein Veto ein.

Die Wehrdienstpläne wurden nun im wesentlichen so beschlossen, wie von Pistorius geplant. Sie sehen vor, dass 18-Jährige Männer angefangen mit dem Jahrgang 2008 ab kommendem Jahr sich in einen Fragebogen zum Interesse am Wehrdienst äußern und verpflichtend zur Musterung müssen. Der Dienst an der Waffe bleibt aber vorerst weiter freiwillig. Für Frauen ist das Ausfüllen des Fragebogens ebenso wie die Musterung freiwillig.

Es gehe um eine "Musterung, die niemandem wehtut", sagte Pistorius in der Bundestagsdebatte. Der Wehrdienst bleibe freiwillig, "wenn alles so gut läuft, wie wir uns das versprechen". Zur Ehrlichkeit gehöre aber auch, dass es die Möglichkeit einer "Teil-Wehrpflicht" gebe, wenn sich die Bedrohungslage "schlechter entwickelt" und Personalziele für die Bundeswehr nicht erreicht würden. Über die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht müsste dann aber erneut der Bundestag befinden.

Der CDU-Verteidigungspolitiker Norbert Röttgen sagte, die Erhöhung der Personalstärke der Bundeswehr sei angesichts der Bedrohung durch Russland nötig. Dafür gebe es im Gesetz eine "mit konkreten Zahlen ausgestatteten Aufwuchsplan", sagte er. Wenn über das Freiwilligen-Modell nicht genügend Menschen für die Bundeswehr gefunden würden, werde das Parlament erneut entscheiden.

Die Grünen-Abgeordnete Sara Nanni kritisierte, dass die Pläne keine systematische Abfrage für den Dienst etwa im Zivilschutz vorsähen und zunächst nur 18-jährige Männer verpflichtend den Fragebogen ausfüllen müssen und nicht "alle Generationen" und "alle Geschlechter".

Die Linke lehnt die Wehrdienst-Pläne kategorisch ab; sie sieht darin die Vorbereitung einer Wehrpflicht. Die Linken-Abgeordnete Desiree Becker unterstützte die Schülerstreiks: "Geht auf die Straße, streikt heute gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht", sagte sie an die jungen Menschen gewandt.

Die SPD-Abgeordnete Siemtje Möller wies den Vorwurf zurück, dass die Pläne zur Vorbereitung einer Wehrpflicht dienten. Falsch sei auch, "dass wir zukünftig die Lostrommel rühren, um Euch als Kanonenfutter in die Ukraine zu schicken", sagte sie an junge Menschen gerichtet. "Das ist Populismus pur."

Die AfD hielt die Freiwilligkeit des neuen Wehrdienstes unterdessen für unzureichend. "Ohne grundlegende Reform bleibt die Bundeswehr chronisch unterbesetzt", sagte der Abgeordnete Heinrich Koch. Gleichzeitig biete das Gesetz keine Garantie, dass junge Rekruten künftig nicht in "Konflikte jenseits unserer Grenzen geschickt" würden.

Pistorius zeigte Verständnis für die Schülerproteste. Diese gehörten "zur Debatte innerhalb einer Demokratie". Äußere Sicherheit sei aber "keine Selbstverständlichkeit" mehr. Es brauche junge Männer und Frauen, die bereit seien, "unsere Art zu leben schützen".

In einer von der AfD beantragten namentlichen Abstimmung votierten dann 323 Abgeordnete für die Pläne, 272 dagegen. Geschlossen stimmte die Union für die Wehrdienstpläne, bei der SPD gab es mit dem 34-jährigen Abgeordneten Jan Dieren einen Abweichler. AfD und Linke stimmten geschlossen gegen das Vorhaben, bei den Grünen gab es eine Enthaltung.

Hintergrund der Wehrdienst-Reform sind neue Vorgaben der Nato zu Personalstärken vor dem Hintergrund der erhöhten Bedrohung durch Russland. Demnach muss Deutschland bis 2035 im Krisen- und Kriegsfall rund 460.000 Soldatinnen und Soldaten bereit stellen können.

Pistorius plant dafür die Aufstockung der Bundeswehr von aktuell gut 184.000 auf rund 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. Die Zahl der einsatzbereiten Reservistinnen und Reservisten soll zudem auf 200.000 mehr als verdoppelt werden. Damit der neue Wehrdienst wie geplant zum 1. Januar starten kann, muss nun am 19. Dezember noch der Bundesrat zustimmen.

X.Vanek--TPP