The Prague Post - AfD mit absolutem Rekord im Südwesten

EUR -
AED 4.248105
AFN 75.770596
ALL 92.762559
AMD 422.720519
ANG 2.0703
AOA 1061.880869
ARS 1706.354669
AUD 1.637736
AWG 2.083564
AZN 1.971037
BAM 1.955432
BBD 2.326962
BDT 141.823334
BGN 1.962242
BHD 0.435718
BIF 3453.950583
BMD 1.156733
BND 1.477822
BOB 13.465468
BRL 6.040925
BSD 1.155383
BTN 110.192281
BWP 15.565073
BYN 3.514139
BYR 22671.957183
BZD 2.323663
CAD 1.60514
CDF 2629.253412
CHF 0.941015
CLF 0.026895
CLP 1056.7913
CNY 7.800083
CNH 7.801606
COP 3603.822404
CRC 519.802266
CUC 1.156733
CUP 30.653411
CVE 110.244272
CZK 24.210763
DJF 205.741316
DKK 7.473191
DOP 67.627285
DZD 152.299364
EGP 57.668157
ERN 17.350988
ETB 186.897659
FJD 2.584377
FKP 0.853399
GBP 0.855002
GEL 3.019524
GGP 0.853399
GHS 12.651621
GIP 0.853399
GMD 85.024294
GNF 10149.091752
GTQ 8.815343
GYD 241.67456
HKD 9.077054
HNL 30.972177
HRK 7.532994
HTG 151.121586
HUF 363.017812
IDR 20622.34285
ILS 3.418265
IMP 0.853399
INR 110.410701
IQD 1513.515426
IRR 1590030.052589
ISK 142.166837
JEP 0.853399
JMD 182.965599
JOD 0.820169
JPY 184.272161
KES 149.331922
KGS 101.156702
KHR 4675.120976
KMF 493.925187
KPW 1041.059598
KRW 1638.477341
KWD 0.357061
KYD 0.962819
KZT 536.1092
LAK 26076.097131
LBP 103462.246866
LKR 384.457714
LRD 209.700572
LSL 18.691186
LTL 3.415531
LVL 0.699696
LYD 7.356617
MAD 10.715985
MDL 20.034233
MGA 4974.064769
MKD 61.518433
MMK 2428.743274
MNT 4161.410395
MOP 9.338444
MRU 46.399276
MUR 54.486429
MVR 17.871955
MWK 2003.423313
MXN 19.69164
MYR 4.726298
MZN 73.927211
NAD 18.691186
NGN 1572.659254
NIO 42.522005
NOK 10.922567
NPR 176.30785
NZD 1.963226
OMR 0.444768
PAB 1.155383
PEN 3.896867
PGK 5.190024
PHP 71.098608
PKR 320.900664
PLN 4.306226
PYG 6934.696128
QAR 4.211808
RON 5.236186
RSD 117.317942
RUB 97.377191
RWF 1698.980555
SAR 4.340955
SBD 9.310058
SCR 15.912008
SDG 694.622124
SEK 11.020235
SGD 1.480159
SHP 0.856984
SLE 28.344188
SLL 24256.10146
SOS 660.275854
SRD 43.926343
STD 23942.02751
STN 24.495394
SVC 10.109099
SYP 15039.835978
SZL 18.688486
THB 38.337629
TJS 10.669694
TMT 4.060131
TND 3.387463
TOP 2.785134
TRY 55.369898
TTD 7.827528
TWD 37.04043
TZS 3061.72433
UAH 51.684982
UGX 4292.192975
USD 1.156733
UYU 46.291296
UZS 13754.413873
VES 890.810236
VND 30246.82002
VUV 137.249116
WST 3.163007
XAF 655.833689
XAG 0.017878
XAU 0.000264
XCD 3.126128
XCG 2.082208
XDR 0.81787
XOF 655.833689
XPF 119.331742
YER 274.381102
ZAR 18.703474
ZMK 10411.984809
ZMW 21.835894
ZWL 372.467396
  • DAX

    140.5700

    26440.31

    +0.53%

  • MDAX

    199.5300

    32464.39

    +0.61%

  • SDAX

    80.4400

    18633.51

    +0.43%

  • Goldpreis

    16.9000

    4437.3

    +0.38%

  • Euro STOXX 50

    -5.8800

    6539.59

    -0.09%

  • TecDAX

    42.7500

    4105.87

    +1.04%

  • EUR/USD

    0.0042

    1.1573

    +0.36%

AfD mit absolutem Rekord im Südwesten
AfD mit absolutem Rekord im Südwesten

AfD mit absolutem Rekord im Südwesten

Die AfD ist aus der baden-württembergischen Landtagswahl nicht als stärkste Kraft hervorgegangen und doch gehört sie sowie vor allem Alice Weidel (47, Fraktionsvorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion) ohne Zweifel zu den großen Gewinnerinnen dieses Wahlabends. Krachen wurden SPD, Linke und FDP abgestraft, man möchte meinen das Volk hat die Schnauze von diesen drei Parteien gestrichen voll! 

Das Ergebnis markiert für die Partei im Südwesten eine politische Zäsur. Nach Jahren, in denen sie im Land zwischen Protestadresse, internen Konflikten und strategischer Selbstsuche schwankte, steht sie nun wieder als ernstzunehmender Machtfaktor im Raum. Fast jeder fünfte gültige Zweitstimmenzettel entfiel auf die AfD. In einem Bundesland, das sich lange als wirtschaftlich stabil, politisch berechenbar und vergleichsweise widerstandsfähig gegen radikale Zuspitzung verstand, ist das ein Befund mit erheblicher Signalwirkung.

Die eigentliche Wucht dieses Resultats liegt nicht nur in der absoluten Höhe, sondern im Vergleich. 2021 war die AfD in Baden-Württemberg deutlich zurückgefallen, verlor massiv an Zustimmung und spielte parlamentarisch nur noch eine Nebenrolle. Nun gelingt ihr binnen einer Wahlperiode die fast vollständige Rückkehr in die erste Reihe. Aus einer geschwächten Fraktion wird wieder eine Partei, die Debatten treibt, politische Lager nervös macht und das Kräfteverhältnis im Landtag spürbar verschiebt. Dass die AfD damit ihr bislang bestes Ergebnis bei einer baden-württembergischen Landtagswahl erreicht, verleiht dem Abend zusätzlich historische Schärfe.

Bemerkenswert ist dabei auch die neue Struktur der Wahl. Erstmals wurde in Baden-Württemberg nach dem reformierten Zwei-Stimmen-System abgestimmt. Die Wählerinnen und Wähler konnten also getrennt über Kandidatin oder Kandidat im Wahlkreis und über die Landesliste einer Partei entscheiden. Gerade unter diesen neuen Bedingungen fällt das AfD-Ergebnis besonders ins Auge. Die Partei erzielt bei Erst- und Zweitstimmen nahezu identische Werte. Das deutet darauf hin, dass es sich nicht bloß um eine lose Proteststimmung handelt, die sich nur auf die Parteiebenen entlädt. Vielmehr zeigt sich ein relativ gefestigtes Wählerpotenzial, das seine Zustimmung sowohl auf die Partei als auch auf ihre Bewerber überträgt.

Textgröße:

Hinzu kommt der politische Kontext dieses Wahljahres. Baden-Württemberg erlebt eine Wahl ohne den langjährigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann als Spitzenkandidaten. Allein das hat die Statik des Landes verändert. In einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit, tiefgreifender Umbrüche in der Industrie, großer Verunsicherung in der Automobilbranche und anhaltender Debatten über Migration, Sicherheit und staatliche Handlungsfähigkeit konnte die AfD ihre Kernbotschaften mit vergleichsweise hoher Reichweite platzieren. Die Partei profitiert erkennbar davon, dass sich viele Wähler nicht mehr allein an klassischer Regierungsfähigkeit orientieren, sondern an der Frage, wer Unzufriedenheit, Kontrollverlust und kulturelle Reibung am schärfsten artikuliert.

Auffällig ist zudem, dass der AfD-Zuspruch nicht zufällig entsteht, sondern sich in ein größeres Muster einfügt. Der Südwesten ist wirtschaftlich stark, exportorientiert und in vielen Regionen vom industriellen Selbstverständnis geprägt. Gerade dort, wo Transformation nicht als Aufstiegserzählung, sondern als Bedrohung für Arbeitsplätze, Lebensstandard und gewohnte Ordnung empfunden wird, findet die Partei Resonanz. Besonders in ländlicheren, konservativer geprägten oder wirtschaftlich nervösen Räumen gelingt es ihr, sich als Stimme des Widerspruchs gegen das politische Establishment zu inszenieren. In vielen größeren Städten bleibt diese Anziehungskraft schwächer. Doch der Stadt-Land-Gegensatz allein erklärt den Erfolg nicht. Entscheidend ist die Verbindung aus materieller Sorge, kultureller Verunsicherung und wachsendem Misstrauen gegenüber etablierten Parteien.

Für die AfD selbst ist das Ergebnis daher weit mehr als ein Prozentwert. Es ist der Versuch, aus einem starken Wahlergebnis politische Normalität abzuleiten. Die Partei wird dieses Resultat als Beleg dafür lesen, dass sie in Baden-Württemberg endgültig nicht mehr als Randphänomen behandelt werden könne. Genau darin liegt ihre strategische Hoffnung: aus dem Status der Ausgegrenzten schrittweise in die Rolle einer dauerhaften, nicht mehr ignorierbaren Oppositionsmacht hineinzuwachsen. Das gilt umso mehr, weil andere Parteien gleichzeitig an Boden verlieren oder ganz aus dem Parlament zu fallen drohen. Je kleiner das Feld der übrigen Oppositionskräfte wird, desto größer wird das relative Gewicht einer stabil zweistelligen AfD.

Gerade dieser Zusammenhang macht das Ergebnis für die übrigen Parteien so brisant. Während sich an der Spitze des Landes ein enges Rennen abzeichnet, fällt der Blick im politischen Maschinenraum sofort auf die dritte Kraft. Die SPD rutscht auf ein historisch schwaches Niveau ab, die FDP muss um ihre parlamentarische Zukunft bangen, und auch andere kleinere Kräfte können den Aufstieg der AfD nicht bremsen. In einer solchen Konstellation wächst der Einfluss einer Partei nicht nur über ihre eigenen Stimmen, sondern auch über die Schwäche der Konkurrenz. Die AfD wird dadurch lauter, sichtbarer und parlamentarisch wirkmächtiger, selbst wenn sie weiterhin von einer Regierungsbeteiligung ausgeschlossen bleibt.

Darin liegt das Paradox dieses Wahlabends. Die AfD gewinnt deutlich hinzu, bleibt aber zugleich "noch" von realer Macht abgeschnitten. Eine Zusammenarbeit mit ihr wird von den anderen maßgeblichen Parteien ausgeschlossen, gerade hier liegt der Fehler und der Untergang von CDU/CSU, SPD, Grünen, FDP und Linken (ganz geschweige von einem BSW, über den kaum noch Jemand spricht). Dennoch kann die Partei das Ergebnis als Triumph werten, weil sie ihre Rolle gar nicht zwingend über unmittelbare Regierungsverantwortung definiert. Für sie reicht es aktuell zunächst, das politische Zentrum vor sich herzutreiben, Debatten zu verschieben, Konfliktlinien zu schärfen und die eigene Wählerschaft im Gefühl zu bestärken, dass sich gegen sie alle anderen zusammengeschlossen hätten. Opposition ist für die AfD nicht bloß eine Zwischenstufe, sondern längst ein Geschäftsmodell, ein Modell dem alle anderen Partein derzeit nicht Ansatzweise gewchsen sind

Für Baden-Württemberg ist dieses Ergebnis deshalb mehr als eine Momentaufnahme. Es ist ein Stresstest für das politische Selbstbild des Landes. Der Südwesten war über Jahrzehnte geprägt von einem besonderen Mix aus Wohlstand, Mittelstand, industrieller Stärke und einem nüchternen Politikstil. Dass gerade hier eine Partei wie die AfD ein Rekordergebnis erzielt, zeigt, wie stark sich die Grundlagen politischer Bindung verändert haben. Wohlstand schützt nicht automatisch vor Polarisierung. Auch ein wirtschaftlich starkes Land kann politisch anfällig werden, wenn Zukunftsangst, Identitätsfragen und Vertrauensverluste ineinandergreifen.

Die Lehre aus diesem Wahlabend ist entsprechend unbequem, sie heißt: Die Altparteien haben jedweden Zenit überschritten und ein Bürger am Wahlabend sagte: "Vor den asozialen Lügen von SPD, FDP und Linken haben wir die Schnauze voll!" Wer nun noch nim politischen Berlin den Aufstieg der AfD kleinredet, verkennt m it Anlauf die Tiefe des Signals. Wer ihn ausschließlich moralisch kommentiert, wird ihn kaum bremsen, die AfD triffft des Volkes Seele und großmäulige Bandmauern sollte nicht nur überdacht werden, sie sind schmelzender Schnee von Gestern.

Wer nun noch glaubt, man könne die AfD durch fast schon demagogische Rhetorik schwächen, dürfte ihr eher weiter den Weg bereiten, als Steine in denselben legen. Die Antwort auf ein Ergebnis wie dieses liegt nicht in Schockstarre, sondern in politischer Wirksamkeit: Bei der wirtschaftlichen Erneuerung des Landes, in der glaubwürdigen Steuerung von Migration, in funktionierenden Behörden, in verlässlicher innerer Sicherheit und in einer politischen Sprache, die Probleme weder beschönigt noch dramatisiert. Die AfD hat die Wahl in Baden-Württemberg nicht gewonnen. Aber sie hat ihren Einfluss massiv und damit zugleich umfassend ausgebaut. Genau das macht sie zu einer der entscheidenden Gewinnerinnen dieses Abends und zum starken politischen Gegner für Altparteien, deren Politiker die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollen...!