The Prague Post - Bundesregierung bereitet neuen Zivildienst vor - bei Rückkehr der Wehrpflicht

EUR -
AED 4.183233
AFN 72.900796
ALL 91.877285
AMD 414.797448
ANG 2.039348
AOA 1045.665194
ARS 1736.794975
AUD 1.614555
AWG 2.050323
AZN 1.940938
BAM 1.955317
BBD 2.295033
BDT 140.215334
BGN 1.917554
BHD 0.429594
BIF 3432.051477
BMD 1.139068
BND 1.45584
BOB 13.964547
BRL 5.909605
BSD 1.139418
BTN 109.116023
BWP 15.516164
BYN 3.442749
BYR 22325.7403
BZD 2.291733
CAD 1.611725
CDF 2665.420428
CHF 0.943457
CLF 0.027745
CLP 1095.522249
CNY 7.646851
CNH 7.670833
COP 3814.157008
CRC 518.071915
CUC 1.139068
CUP 27.347239
CVE 110.237745
CZK 24.358299
DJF 202.909834
DKK 7.475483
DOP 67.763247
DZD 152.818218
EGP 59.13438
ERN 17.086026
ETB 184.850299
FJD 2.559772
FKP 0.859986
GBP 0.859642
GEL 2.97871
GGP 0.859986
GHS 13.234728
GIP 0.859986
GMD 83.725913
GNF 10021.522331
GTQ 8.701849
GYD 238.411056
HKD 8.934226
HNL 30.583439
HRK 7.533575
HTG 149.123132
HUF 365.202455
IDR 20405.384913
ILS 3.471949
IMP 0.859986
INR 109.142689
IQD 1492.730945
IRR 1565734.922454
ISK 136.984803
JEP 0.859986
JMD 180.27543
JOD 0.807645
JPY 179.158416
KES 147.67349
KGS 99.609484
KHR 4633.85435
KMF 493.217009
KPW 1025.161906
KRW 1542.572403
KWD 0.351563
KYD 0.949565
KZT 504.7852
LAK 25558.681004
LBP 102039.372314
LKR 376.226984
LRD 195.991544
LSL 18.590804
LTL 3.363373
LVL 0.689012
LYD 7.285199
MAD 10.934597
MDL 20.225999
MGA 5030.756222
MKD 61.55978
MMK 2391.810486
MNT 4098.584327
MOP 9.206124
MRU 45.840667
MUR 54.140351
MVR 17.599037
MWK 1975.811511
MXN 20.137822
MYR 4.640683
MZN 72.79829
NAD 18.590804
NGN 1510.837951
NIO 41.929634
NOK 10.830092
NPR 174.585836
NZD 1.992947
OMR 0.439191
PAB 1.139418
PEN 3.868244
PGK 5.076745
PHP 71.01754
PKR 315.746636
PLN 4.37146
PYG 6716.339487
QAR 4.153473
RON 5.27298
RSD 117.420969
RUB 96.076247
RWF 1684.083636
SAR 4.276972
SBD 9.11313
SCR 15.836085
SDG 685.153819
SEK 11.296996
SGD 1.45562
SHP 0.859999
SLE 28.078458
SLL 23885.685201
SOS 651.238991
SRD 42.905863
STD 23576.41575
STN 24.493944
SVC 9.970535
SYP 14810.167401
SZL 18.586405
THB 38.01645
TJS 10.511601
TMT 3.99813
TND 3.373266
TOP 2.742603
TRY 55.748859
TTD 7.750084
TWD 36.141163
TZS 3024.152324
UAH 51.024285
UGX 4462.896617
USD 1.139068
UYU 45.648714
UZS 13485.665874
VES 970.977713
VND 29588.440307
VUV 134.963505
WST 3.127488
XAF 655.957
XAG 0.017716
XAU 0.000265798393
XCD 3.07839
XCG 2.053592
XDR 0.80538
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 269.560946
ZAR 18.56526
ZMK 10252.986409
ZMW 22.227505
ZWL 366.779554
SSP 6507.032816
MXV 2.282055
  • DAX

    142.1100

    25408.64

    +0.56%

  • MDAX

    248.7500

    31031.35

    +0.8%

  • TecDAX

    17.8500

    3975.48

    +0.45%

  • Goldpreis

    23.2000

    4321.2

    +0.54%

  • Euro STOXX 50

    30.3200

    6302.82

    +0.48%

  • SDAX

    58.7900

    18124.5

    +0.32%

  • EUR/USD

    0.0020

    1.14

    +0.18%

Bundesregierung bereitet neuen Zivildienst vor - bei Rückkehr der Wehrpflicht
Bundesregierung bereitet neuen Zivildienst vor - bei Rückkehr der Wehrpflicht / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Bundesregierung bereitet neuen Zivildienst vor - bei Rückkehr der Wehrpflicht

Die Bundesregierung bereitet die Grundlagen für einen neuen Zivildienst vor. Falls die Wehrpflicht wieder eingesetzt würde, "müsste es ja auch einen entsprechenden Ersatzdienst geben", sagte Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) am Dienstag den Sendern RTL und ntv. Im zuständigen Bundesfamilienministerium liefen deshalb bereits Vorbereitungen auf "unterschiedliche Situationen und Szenarien". Das Ministerium führte dazu nach Angaben einer Sprecherin bereits Gespräche mit großen Verbänden, die Plätze für Zivildienstleistende anbieten könnten.

Textgröße:

Die Planungen der Bundesregierung zielen auf den Fall ab, dass die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt wird - etwa, weil die Bundeswehr ihre Personalziele nicht durch den Freiwilligen-Wehrdienst erreicht. In diesem Fall müsste auch ein Ersatzdienst für jene angeboten werden, die den Wehrdienst verweigern. Unionsfraktionschef Frei betonte, die Voraussetzungen müssten schon jetzt geschaffen werden: "Für den Fall der Fälle kann man ja nie ausschließen, dass Entscheidungen schnell getroffen werden müssten." Darauf bereite sich die Bundesregierung vor.

Eine Sprecherin des zuständigen Bundesfamilienministeriums betonte am Dienstag: "Solange wir keine allgemeine Wehrpflicht haben, gibt es auch keinen neuen Zivildienst." Das alte Zivildienstgesetz, das bis zur Aussetzung der Wehrpflicht 2011 angewendet wurde, sei nach wie vor gültig - aber auch "überholungsbedürftig".

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend befragte nach Angaben der Sprecherin in den vergangenen Monaten 23 große Verbände und Organisationen, welche Kapazitäten sie im Falle einer Rückkehr zur Wehrpflicht für Wehrdienstverweigerer zur Verfügung stellen könnten. 22 von ihnen hätten angegeben, "dass ihre Infrastrukturen und Einsatzstellen grundsätzlich bereit wären, im Falle einer Reaktivierung einer allgemeinen Wehrpflicht Wehrersatzdienstleistenden ein Angebot zu machen", sagte die Sprecherin.

Die Pläne der Bundesregierung stießen bei den möglichen Anbietern auf ein gemischtes Echo. Mehrere Organisationen erklärten am Dienstag grundsätzlich ihre Bereitschaft, Plätze für einen Zivildienst anzubieten. Gleichzeitig mahnten sie aber auch, bisherige Freiwilligendienste nicht zu schwächen und diese attraktiver auszugestalten.

Das Deutsche Rote Kreuz könnte nach Angaben seiner Teamleiterin Soziales, Migration und Ehrenamt, Nadja Saborowski, im Rahmen eines möglichen Zivildienstes bundesweit 20.000 Plätze anbieten. "Uns wäre wichtig, dass der Zivildienst eine etwas längere Zeit im Bereich von neun bis zwölf Monate möglich ist", sagte Saborowski der Nachrichtenagentur AFP. "Denn Betroffene müssen eingeübt werden, bis sie die Tätigkeiten übernehmen können. Das ist für uns als Träger ein enormer Aufwand."

Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa zeigte sich skeptisch zum Umfang eines neuen Zivildienstes. "Wer den Eindruck erweckt, auf diesem Weg ließen sich die Personalprobleme sozialer Einrichtungen lösen, weckt völlig falsche Erwartungen", sagte sie zu AFP. Bisher leisteten "rund 12.000 junge Menschen ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst in katholischen Einrichtungen, das Potential ist damit lang nicht ausgeschöpft".

Die Caritas-Präsidentin forderte bei den bestehenden Angeboten mehr Anreize: "Ein auskömmliches Taschengeld auf Niveau des Bafög-Höchstsatzes für Freiwillige und ein kostenfreies Deutschlandticket wären starke Anreize für einen Freiwilligendienst für alle."

Diakoniepräsident Rüdiger Schuch betonte, seine Organisation würde im Falle einer Wiederaufnahme des Zivildienstes "Verantwortung übernehmen und in diakonischen Diensten und Angeboten Plätze für den Zivildienst einrichten". Schuch würde es allerdings grundsätzlich begrüßen, "wenn die Dienste freiwillig bleiben. Freiwilligendienste sind ein Motor für die Demokratie."

Der AWO Bundesverband forderte eine "sinnvolle Verzahnung mit den bestehenden Freiwilligendiensten, damit negative Auswirkungen auf dieses wichtige und etablierte Engagementformat vermieden werden". Bei der Frage nach der Zahl möglicher Zivildienstplätze sei auch "die Höhe der Finanzierung durch den Bund grundlegend relevant".

Auch der Paritätische Gesamtverband warnte vor einer Schwächung bisheriger Freiwilligendienste. "Der Paritätische setzt vorrangig auf Freiwilligkeit", sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Rock zu AFP. "Soziale Dienste leben von Menschen, die sich aus eigenem Antrieb engagieren. Wird eine (Bedarfs-)Wehrpflicht eingeführt, müssen junge Menschen einen möglichen Ersatzdienst zu vergleichbaren Bedingungen erfüllen können, damit ein Pflichtdienst die Freiwilligendienste nicht schwächt oder verdrängt."

Die Opposition kritisierte die Planungen der Bundesregierung. Ein verpflichtender Zivildienst drohe reguläre und tariflich bezahlte Arbeit im Sozialbereich zu verdrängen, sagte die Linken-Chefin Ines Schwerdtner am Dienstag der Funke Mediengruppe. Bei Pflege, Rettungsdiensten und sozialen Einrichtungen brauche es keine "staatlich verpflichteten Billigarbeitskräfte".

FDP-Generalsekretär Martin Hagen kritisierte die Pläne der Bundesregierung zur Vorbereitung eines Zivildiensts als "ein Eingeständnis des eigenen Scheiterns von CDU, CSU und SPD". Dass die Bundesregierung Pläne für einen Ersatzdienst ausarbeite, zeige, "dass sie selbst keinerlei Vertrauen in die eigenen Bemühungen hat, die Sollstärke der Bundeswehr durch Freiwilligkeit zu erreichen", sagte Hagen der Nachrichtenagentur AFP in Berlin.

I.Mala--TPP