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Pomp statt offener Spannungen: US-Präsident Donald Trump hat Chinas Staatschef Xi Jinping und dessen Frau Peng Liyuan zu einem Staatsbankett im Weißen Haus empfangen. Unter den geladenen Gästen waren am Donnerstagabend auch die Spitzen der US-Tech-Elite, darunter Tesla-Chef Elon Musk, Nvidia-Chef Jensen Huang und OpenAI-Chef Sam Altman. Die Gästeliste zeigt, wie wichtig Konfliktthemen wie Künstliche Intelligenz (KI) und Handel bei Xis Besuch waren. Greifbare Ergebnisse gab es jedoch kaum.
"Präsident Xi und ich wissen beide, dass wir unterschiedliche Systeme vertreten, aber die Beziehungen zwischen unseren Völkern haben Bestand", sagte Trump in seiner Rede bei dem Bankett. Xi, der schon zuvor Konfliktthemen wie KI, den Status Taiwans und den Iran-Krieg angesprochen hatte, schlug einen sachlichen Ton an und sagte, China und die USA sollten "als verantwortungsvolle Großmächte handeln."
Als Geschenk überreichte Trump seinem Gast eine große Statue eines Weißkopfseeadlers - das Wappentier der USA. Zu essen gab es Kürbissuppe, Wolfsbarsch mit Sesamkruste und Vanillecreme mit hausgemachtem Honigeis. Nach dem Essen lud Trump seine Gäste zu einer Besichtigung der Baustelle seines umstrittenen Ballsaals am Weißen Haus ein und sagte: "Ihnen zu Ehren, werden Sie die ersten Menschen sein, die dort einen Fuß hineinsetzen."
Der Empfang Xis zu dem Staatsbankett wurde auch von Protesten begleitet. Als Trump und seine Frau Melania Xi und seine Frau Peng zum Abendessen begrüßten, riefen Demonstrierende vor dem Weißen Haus Sprechchöre wie "Xi Jinping ist nicht willkommen" und "Freiheit für Hongkong".
Xi und seine Ehefrau waren am Mittwoch zu ihrem ersten Besuch in Washington seit mehr als einem Jahrzehnt eingetroffen. Die US-Regierung sprach von einem "Meilenstein in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern". Inhaltlich waren bei Konfliktthemen wie dem Wettlauf bei der KI-Entwicklung, dem Iran-Krieg und dem Ukraine-Krieg allerdings keine Durchbrüche erwartet worden.
Beim Handel hatte die US-Regierung schon kurz nach Xis Ankunft einen Teilerfolg verkündet: Die ursprünglich bis November befristete Zollstreit-Einigung wurde um zwei Monate bis Januar verlängert. Trump wollte mit seinen Zöllen Importe aus China in die USA senken und die eigenen Exporte steigern. Bisher entfallen rund 75 Prozent des Handelsvolumens beider Länder auf chinesische Exporte in die USA.
Xi kündigte in Washington zudem an, dem Zoo in Atlanta zwei neue Riesenpandas zu leihen und 100.000 junge Leute aus den USA zu Austauschprogrammen nach China einzuladen.
Trotz dieser überschaubaren Ergebnisse sprach Trump nach seinen Gesprächen mit Xi am Donnerstag von "enormen Fortschritten". Wichtiger war ihm aber offenbar, bei dem Staatsbesuch glanzvolle Bilder zu erzeugen. Er empfing den chinesischen Staatschef mit großem Pomp und hob seine "wahrlich großartige Freundschaft" mit Xi hervor.
Als Zeichen der besonderen Ehrerbietung hatte er den Gast aus der Volksrepublik am Mittwochabend persönlich auf dem Militärflughafen Joint Base Andrews bei Washington begrüßt. Am Donnerstag empfing er Xi dann mit militärischen Ehren am Weißen Haus. Trump fuhr neben einer Militärparade im Rosengarten auch eine Flugschau von Kampfflugzeugen auf und zeigte seinem Gast den neuen Hubschrauberlandeplatz am Weißen Haus und seinen Präsidenten-Hubschrauber Marine One.
Zum Abschluss des Besuchs wollten die beiden Präsidentenpaare am Freitag noch das US-Nationalarchiv in Washington besuchen, in dem die vor 250 Jahren unterzeichnete Unabhängigkeitserklärung der USA aufbewahrt wird.
U.Pospisil--TPP