The Prague Post - Gipfelsegment von UN-Klimakonferenz in Baku: Plädoyer für Öl und viele Absagen

EUR -
AED 4.298638
AFN 73.741103
ALL 95.412163
AMD 435.164258
ANG 2.095049
AOA 1074.513295
ARS 1636.62903
AUD 1.63937
AWG 2.108352
AZN 2.014654
BAM 1.955673
BBD 2.356996
BDT 143.588206
BGN 1.952503
BHD 0.442232
BIF 3480.914097
BMD 1.170494
BND 1.494877
BOB 8.086336
BRL 5.88466
BSD 1.170199
BTN 110.230475
BWP 15.850698
BYN 3.315028
BYR 22941.679697
BZD 2.353597
CAD 1.601745
CDF 2707.352932
CHF 0.920178
CLF 0.026656
CLP 1049.055039
CNY 7.990375
CNH 7.999781
COP 4172.45947
CRC 532.553984
CUC 1.170494
CUP 31.018087
CVE 110.257828
CZK 24.375125
DJF 208.391994
DKK 7.472872
DOP 69.714274
DZD 155.138433
EGP 61.598994
ERN 17.557408
ETB 180.908741
FJD 2.580529
FKP 0.86737
GBP 0.866967
GEL 3.142751
GGP 0.86737
GHS 12.991933
GIP 0.86737
GMD 86.034519
GNF 10272.156302
GTQ 8.946265
GYD 244.828845
HKD 9.17038
HNL 31.096313
HRK 7.532093
HTG 153.207416
HUF 365.04424
IDR 20179.606806
ILS 3.495154
IMP 0.86737
INR 110.256718
IQD 1532.967542
IRR 1542769.435177
ISK 143.806416
JEP 0.86737
JMD 184.681931
JOD 0.829868
JPY 186.756942
KES 151.403273
KGS 102.304907
KHR 4688.614903
KMF 493.948151
KPW 1053.474841
KRW 1731.94499
KWD 0.360277
KYD 0.97522
KZT 543.59303
LAK 25642.784305
LBP 104793.992801
LKR 373.017769
LRD 214.732363
LSL 19.459302
LTL 3.456164
LVL 0.70802
LYD 7.425676
MAD 10.827342
MDL 20.350329
MGA 4862.579843
MKD 61.625726
MMK 2457.87697
MNT 4190.879267
MOP 9.443724
MRU 46.706164
MUR 54.814251
MVR 18.095365
MWK 2029.23333
MXN 20.383507
MYR 4.640988
MZN 74.81594
NAD 19.459302
NGN 1586.265152
NIO 43.066279
NOK 10.935157
NPR 176.368761
NZD 1.994047
OMR 0.450042
PAB 1.170199
PEN 4.057349
PGK 5.079691
PHP 71.064155
PKR 326.229212
PLN 4.241695
PYG 7420.39053
QAR 4.266023
RON 5.090245
RSD 117.406458
RUB 88.075562
RWF 1710.459512
SAR 4.390195
SBD 9.420817
SCR 16.781729
SDG 702.881082
SEK 10.82025
SGD 1.494715
SHP 0.873892
SLE 28.873343
SLL 24544.666554
SOS 668.745073
SRD 43.850798
STD 24226.859728
STN 24.497883
SVC 10.239159
SYP 129.412597
SZL 19.451402
THB 37.873688
TJS 11.00015
TMT 4.102581
TND 3.417205
TOP 2.818269
TRY 52.701483
TTD 7.947347
TWD 36.834854
TZS 3046.211504
UAH 51.568147
UGX 4353.62382
USD 1.170494
UYU 46.356193
UZS 14059.845202
VES 565.036862
VND 30853.047711
VUV 137.9191
WST 3.174694
XAF 655.903128
XAG 0.015448
XAU 0.000248
XCD 3.163318
XCG 2.109018
XDR 0.815367
XOF 655.928343
XPF 119.331742
YER 279.309113
ZAR 19.391379
ZMK 10535.85442
ZMW 22.146181
ZWL 376.898546
  • Euro STOXX 50

    -11.2500

    5883.48

    -0.19%

  • TecDAX

    16.2100

    3664.3

    +0.44%

  • Goldpreis

    13.1000

    4737.1

    +0.28%

  • SDAX

    -155.5000

    17727.33

    -0.88%

  • MDAX

    -601.8100

    30249.93

    -1.99%

  • DAX

    -26.4700

    24128.98

    -0.11%

  • EUR/USD

    0.0030

    1.1718

    +0.26%

Gipfelsegment von UN-Klimakonferenz in Baku: Plädoyer für Öl und viele Absagen
Gipfelsegment von UN-Klimakonferenz in Baku: Plädoyer für Öl und viele Absagen / Foto: Alexander NEMENOV - AFP

Gipfelsegment von UN-Klimakonferenz in Baku: Plädoyer für Öl und viele Absagen

Mit einem Plädoyer des Gastgebers für fossile Energien und ohne eine Reihe einflussreicher Staatenlenker wie Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in Baku das Gipfelsegment der Weltklimakonferenz begonnen. In seiner Rede lobte der aserbaidschanische Staatschef Ilham Alijew klimaschädliches Erdöl und Erdgas als "Gottesgeschenk". UN-Generalsekretär António Guterres appellierte im Konferenzplenum, eine Vereinbarung während der zweiwöchigen Verhandlungen zur Klimafinanzierung in Entwicklungsländern sei "ein Muss".

Textgröße:

Mehr als 75 Staats- und Regierungschefs standen auf der Rednerliste des zweitägigen Gipfelsegments der diesjährigen UN-Klimakonferenz (COP29). Von der Gruppe der 20 einflussreichen Industrie- und Schwellenländer (G20), die für fast 80 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind, sagten sich allerdings nur eine Handvoll Staatenlenker an.

Kanzler Scholz hat wegen des Bruchs der Ampel-Koalition abgesagt; auch der scheidende US-Präsident Joe Biden und die Staatschefs von China und Frankreich, Xi Jinping und Emmanuel Macron, reisen nicht an. Der Staatschef des Gastgeberlandes der UN-Klimakonferenz im kommenden Jahr, der Brasilianer Luiz Inácio Lula da Silva, schickte nur seinen Stellvertreter.

Die Reden der Staats- und Regierungschefs zu Beginn der Klimakonferenz sollen den Verhandlungen den nötigen Schwung geben. Um "Führung" in der Klimapolitik zu demonstrieren, kündigte der britische Premierminister Keir Starmer im Plenum eine schnellere Reduktion des Treibhausgasausstoßes seines Landes an: Statt um 78 Prozent sollen die Emission bis 2035 um 81 Prozent im Vergleich zu 1990 verringert werden.

Gastgeber Alijew nutzte seinen Auftritt hingegen für ein Plädoyer für die weitere Nutzung von Erdöl und Erdgas. Dabei handele es sich ebenso um wichtige Ressourcen und ein "Gottesgeschenk" wie bei Wind und Sonne. Ländern, die über fossile Brennstoffe verfügten, solle "nicht vorgeworfen werden, dass sie diese auf den Markt bringen, denn der Markt braucht sie", fügte der aserbaidschanische Staatschef hinzu.

Aserbaidschan ist in hohem Maße abhängig von seinen Öl- und Gaseinnahmen. Außerdem steht das COP29-Gastgeberland wegen seines autoritären Staatschefs und der Menschenrechtslage in der Kritik.

Einen Schatten auf die COP29 wirft auch der bevorstehende Amtsantritt des Klimawandel-Leugners Donald Trump in den USA. UN-Klimasekretär Simon Stiell machte in Baku deutlich, dass er den globalen Kampf gegen den Klimawandel durch Trumps Sieg bei der Präsidentschaftswahl nicht bedroht sieht. Der US-Klimaberater Ali Zaidi versicherte, sein Land sei in Baku "sehr darauf konzentriert, ein gutes Ergebnis zu erzielen".

UN-Generalsekretär Guterres mahnte in Baku eine Einigung beim zentralen Thema Klimafinanzierung an. "Die Entwicklungsländer dürfen Baku nicht mit leeren Händen verlassen", sagte er. Die reichen Industriestaaten hätten ein wirtschaftliches Eigeninteresse daran, ärmere Länder ausreichend beim Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.

Die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, wies in einem Beitrag für die "Financial Times" auf eine wachsende Finanzierungslücke hin. Der Finanzbedarf bei der Klimaanpassung sei "bis zu 18 Mal größer als die gegenwärtigen Zusagen".

Die Verhandlungen über die neue Klimafinanzierungszusage reicher Länder für die Zeit nach 2025 gestalten sich schwierig. Der Ugander Adonia Ayebare, der einer Gruppe von mehr als 100 Staaten - zumeist Entwicklungsländer sowie China - vorsteht, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe in Baku den Entwurf einer Vereinbarung zurückgewiesen. "Wir können das nicht akzeptieren", sagte er angesichts von aus seiner Sicht unzureichender Zusagen.

Einigungen gab es hingegen bei der Regulierung des Emissionshandels. Am Montagabend stimmten die fast 200 Teilnehmerstaaten einigen Grundregeln für den globalen Handel mit Emissionsgutschriften zu und setzten so einen Mechanismus in Gang, der seit dem Pariser Abkommen von 2015 erwartet worden war.

COP29-Präsident Muchtar Babajew sprach von einem "Durchbruch", allerdings müssten noch weitere Rahmenbedingungen für den Emissionshandel festgelegt werden. Die Ausarbeitung der Regeln zieht sich schon seit Jahren hin, da es von ihnen abhängt, ob der Emissionshandel wirklich zu mehr Klimaschutzmaßnahmen führt oder als Schlupfloch genutzt wird.

Im Emissionshandel können Staaten und Unternehmen für Klimaschutzprojekte - etwa das Pflanzen von Bäumen oder das Ersetzen umweltschädlicher Kohlekraftwerke durch saubere Alternativen - sogenannte Gutschriften erwerben. Eine Gutschrift entspricht einer Tonne eingesparten Kohlenstoffdioxids.

Es gibt außerhalb des UN-Rahmens bereits einen internationalen Emissionshandel zwischen Staaten und Unternehmen, die mit "Klimaneutralität" werben wollen. Gegen diesen werden allerdings immer wieder Vorwürfe des sogenannten Greenwashings und Betrugs erhoben. Zudem gibt es bilaterale Emissionshandelsvereinbarungen zwischen Staaten.

Die UN-Regeln sollen unter anderem Doppelgutschriften ausschließen, bei denen sowohl der Käufer der Emissionsgutschriften als auch das Land, in dem die Einsparungen erfolgen, diese geltend macht. Kritiker warnen außerdem, dass der Handel dazu führen könnte, dass Länder mit hohen Emissionen nicht an einem klimafreundlichen Umbau ihrer Wirtschaft arbeiten.

Zudem könnten Verkäufer von Emissionsgutschriften klimapolitisch unvernünftige Maßnahmen ergreifen und etwa neue Bäume anpflanzen, die dann bald schon wieder gefällt werden, oder die Emissionseinsparungen zu hoch angeben.

A.Slezak--TPP