The Prague Post - Schwedens stille Wende

EUR -
AED 4.2383
AFN 75.595632
ALL 93.422114
AMD 421.437509
AOA 1058.276875
ARS 1727.056315
AUD 1.636692
AWG 2.077316
AZN 1.966371
BAM 1.957368
BBD 2.320839
BDT 142.644237
BHD 0.434544
BIF 3443.55778
BMD 1.154064
BND 1.478584
BOB 13.995208
BRL 5.938237
BSD 1.152313
BTN 109.971071
BWP 15.669413
BYN 3.39619
BYR 22619.659
BZD 2.317536
CAD 1.623232
CDF 2608.185306
CHF 0.93219
CLF 0.02675
CLP 1056.234506
CNY 7.794031
CNH 7.784821
COP 3700.403103
CRC 522.513929
CUC 1.154064
CUP 30.582702
CVE 110.353377
CZK 24.171647
DJF 205.192551
DKK 7.476005
DOP 67.203238
DZD 153.369708
EGP 57.902286
ERN 17.310964
ETB 184.794555
FJD 2.58193
FKP 0.859053
GBP 0.857522
GEL 3.012045
GGP 0.859053
GHS 13.499811
GIP 0.859053
GMD 85.400216
GNF 10120.104707
GTQ 8.789039
GYD 241.2432
HKD 9.051712
HNL 30.986451
HRK 7.536498
HTG 150.660657
HUF 360.667835
IDR 20698.14205
ILS 3.475834
IMP 0.859053
INR 109.519253
IQD 1512.40118
IRR 1586982.580461
ISK 141.833811
JEP 0.859053
JMD 182.194332
JOD 0.818213
JPY 181.631823
KES 149.32436
KGS 100.923231
KHR 4664.675085
KMF 493.939336
KRW 1640.554196
KWD 0.357079
KYD 0.960269
KZT 542.844738
LAK 26062.872505
LBP 103188.544626
LKR 386.889842
LRD 207.996574
LSL 18.67854
LTL 3.407652
LVL 0.698082
LYD 7.345678
MAD 10.736699
MDL 20.171154
MGA 4974.016858
MKD 61.574312
MMK 2423.150055
MNT 4136.511653
MOP 9.309677
MRU 46.266137
MUR 53.029348
MVR 17.841675
MWK 1998.082855
MXN 19.898121
MYR 4.720928
MZN 73.751906
NAD 18.996413
NGN 1572.966021
NIO 42.403959
NOK 11.004493
NPR 175.952387
NZD 1.962607
OMR 0.443735
PAB 1.152323
PEN 3.905933
PGK 5.103846
PHP 70.210919
PKR 320.656616
PLN 4.294296
PYG 6870.442676
QAR 4.200564
RON 5.250761
RSD 117.374106
RUB 93.045188
RWF 1693.012232
SAR 4.330659
SBD 9.315088
SCR 15.474001
SDG 693.024943
SEK 10.97261
SGD 1.478172
SLE 28.217204
SOS 658.521672
SRD 43.728636
STD 23886.799612
STN 24.519424
SVC 10.083075
SZL 18.978562
THB 38.303967
TJS 10.635818
TMT 4.050765
TND 3.385111
TRY 54.900339
TTD 7.823265
TWD 37.189147
TZS 3064.038244
UAH 51.525118
UGX 4315.456042
USD 1.154064
UYU 46.427383
UZS 13785.296924
VES 870.408229
VND 30314.382285
VUV 137.499608
WST 3.153152
XAF 656.477053
XAG 0.018979
XAU 0.000279
XCD 3.118916
XCG 2.07679
XDR 0.816447
XOF 656.477053
XPF 119.331742
YER 275.070767
ZAR 18.867623
ZMK 10387.962599
ZMW 21.807275
ZWL 371.608213
  • Goldpreis

    37.9000

    4190.5

    +0.9%

  • EUR/USD

    0.0004

    1.1538

    +0.03%

  • DAX

    201.0400

    26202.35

    +0.77%

  • Euro STOXX 50

    60.2000

    6486.7

    +0.93%

  • SDAX

    114.9600

    18639.43

    +0.62%

  • TecDAX

    29.9300

    3981.98

    +0.75%

  • MDAX

    48.7000

    32559.91

    +0.15%


Schwedens stille Wende




Die Formulierung ist bewusst endgültig: Schweden begräbt die Sozialdemokratie. Sie passt zu einem Land, das über Jahrzehnte als Inbegriff des nordischen Wohlfahrtsstaates galt und heute in Schulen, Gesundheitszentren und Pflegeeinrichtungen private Anbieter zulässt, Unternehmenssteuern senkt und seine Migrationspolitik drastisch verschärft. Auch das zugespitzte Video zu diesem Thema setzt bei realen Veränderungen an. Es zeigt ein Schweden, das mit dem Bild vom allzuständigen Staat gebrochen hat.

Dennoch führt die Metapher vom Begräbnis in die Irre. Schweden hat weder den Wohlfahrtsstaat abgeschafft noch die Sozialdemokratische Partei aus dem politischen Zentrum gedrängt. Vielmehr ist über mehr als drei Jahrzehnte ein neuer Mischtyp entstanden: ein großer, steuerfinanzierter Sozialstaat mit strengen Haushaltsregeln, einer offenen Wettbewerbswirtschaft und privaten Leistungserbringern. Hinzu kommt seit einigen Jahren eine Ordnungspolitik, die bei Migration, Integration, innerer Sicherheit und Verteidigung deutlich härter geworden ist - ein krasser Gegensetz zu Deutschland, wo die Politik dem Bürger nach dessen Meinung Dinge zumutet, die kaum noch erträglich sind.

Das Entscheidende liegt deshalb nicht in einem abrupten Systemwechsel. Schweden hat die Sozialdemokratie nicht an einem einzigen Wahltag zu Grabe getragen. Das Land hat vielmehr jene sozialdemokratische Alleinstellung beendet, die lange bestimmte, was als politisch vernünftig, gesellschaftlich gerecht und wirtschaftlich tragfähig galt. Die alte Hegemonie ist verschwunden. Viele ihrer Institutionen bestehen weiter, allerdings unter veränderten Bedingungen.

Vom Volksheim zum Reformstaat
Das klassische schwedische Modell beruhte nie allein auf einem starken Staat. Es verband eine leistungsfähige Exportindustrie, private Unternehmen, hohe Erwerbsbeteiligung, mächtige Gewerkschaften und umfassende soziale Sicherung. Der Staat organisierte breite Zugänge zu Bildung, Gesundheit, Kinderbetreuung und Alterssicherung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer regelten Löhne und Arbeitsbedingungen weitgehend über Tarifverträge. Der politische Leitbegriff des Volksheims versprach Zugehörigkeit, Gleichheit und soziale Sicherheit für die gesamte Bevölkerung.

Über weite Strecken des zwanzigsten Jahrhunderts prägten die Sozialdemokraten dieses Gefüge. Ihre Stärke beruhte nicht nur auf Umverteilung. Sie verstanden es, wirtschaftliche Modernisierung mit sozialer Absicherung zu verbinden. Unternehmen sollten international konkurrenzfähig bleiben, Beschäftigte zugleich vor den sozialen Folgen des Strukturwandels geschützt werden. Gerade diese Verbindung machte das Modell attraktiv.

In den siebziger und achtziger Jahren geriet die Balance jedoch zunehmend unter Druck. Die Steuerbelastung stieg, öffentliche Systeme wurden teurer, Teile der Wirtschaft verloren an Dynamik, und der politische Streit über Eigentum, Lohnfonds und staatliche Steuerung verschärfte sich. Die Vorstellung, Schweden sei durch Sozialismus arm und durch Kapitalismus reich geworden, ist dennoch zu grob. Der Wohlstand des Landes entstand aus Industrialisierung, Handel, Innovation, stabilen Institutionen und qualifizierter Arbeit. Der Sozialstaat verteilte diesen Wohlstand nicht nur, sondern stärkte mit Bildung, Gesundheit und sozialer Sicherheit auch seine Grundlagen. Umgekehrt konnte er dauerhaft nur finanzieren, was eine produktive Privatwirtschaft erwirtschaftete.

Genau an diesem Punkt liegt der sachliche Kern der aktuellen Debatte. Schweden hat gelernt, dass soziale Sicherheit und Marktwirtschaft keine Gegensätze sein müssen. Das Land hat aber ebenso erfahren, dass ein ausgreifender Staat ohne Ausgabendisziplin, Wettbewerb und Anpassungsfähigkeit an Grenzen stößt.

Die Krise, die den Konsens veränderte
Der eigentliche Wendepunkt war die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise zu Beginn der neunziger Jahre. Eine Immobilien- und Bankenkrise traf auf Währungsturbulenzen, hohe Defizite und schwindendes Vertrauen in die öffentlichen Finanzen. Die Staatsschulden stiegen innerhalb weniger Jahre stark an. Das Haushaltsdefizit erreichte zeitweise rund zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung. In einem dramatischen Abwehrversuch hob die Zentralbank den marginalen Zinssatz vorübergehend auf fünfhundert Prozent an.

Die politischen Reaktionen waren hart. Ausgaben wurden gekürzt, Banken stabilisiert, der Wechselkurs freigegeben und die Haushaltspolitik neu geordnet. Ein Ausgabenrahmen, mittelfristige Haushaltsziele und eine reformierte Alterssicherung sollten verhindern, dass sich die Krise wiederholte. Gewerkschaften und Arbeitgeber trugen durch eine zurückhaltendere Lohnpolitik dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.

Bemerkenswert ist, dass dieser Kurs nicht das Projekt eines einzigen politischen Lagers blieb. Bürgerliche Regierungen leiteten Reformen ein, sozialdemokratische Regierungen setzten sie fort und verankerten sie. Das gilt für die Haushaltsordnung ebenso wie für Deregulierung, Wettbewerb und Teile der Steuerpolitik. Der Umbau war damit kein Sieg des einen Blocks über den anderen. Er wurde zu einem neuen schwedischen Konsens.

Die Folgen waren tiefgreifend. Politische Versprechen mussten sich fortan stärker daran messen lassen, ob sie finanziert werden konnten. Das Land hielt über wechselnde Regierungen hinweg an vergleichsweise niedriger Staatsverschuldung und glaubwürdigen Fiskalregeln fest. Heute schafft diese Vorsicht Spielraum für Verteidigung, Infrastruktur, Konjunkturhilfen und Steuersenkungen. Zugleich hat sie einen Preis hinterlassen. In manchen Bereichen klagen Regionen und Kommunen über knappe Kapazitäten, Investitionsrückstände und eine wachsende Belastung des Personals.

Ein großer Staat lernt den Markt
Wer Schweden heute als neoliberalen Gegenentwurf zum Wohlfahrtsstaat beschreibt, verfehlt die Größenordnung des öffentlichen Sektors. Die Staatsausgaben lagen zuletzt bei rund der Hälfte der Wirtschaftsleistung. Die Steuerquote betrug im Jahr 2024 noch 41,4 Prozent und lag damit deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Industriestaaten. Im Jahr 2000 hatte sie allerdings noch 50 Prozent erreicht. Diese Entwicklung zeigt beides: Der schwedische Staat ist weiterhin groß, aber er ist kleiner geworden als in seiner Hochphase.

Besonders aufschlussreich ist die schwedische Steuerstruktur. Der Satz der schwedischen Körperschaftsteuer liegt bei 20,6 Prozent, was weit unter dem liegt das deutsche Politiker ihren Bürgern auf eine Art und Weise zumuten, welche in der deutschen Bevölkerung oftmals nur noch mit den Worte kommentiert wird: "Die Obrigkeit und Politik nimmt das deutsche Volk rotzfrech und vollkommen rücksichtlos aus, wie eine dumme Weihnachtsgans". Er wurde seit 2009 schrittweise von 28 Prozent gesenkt, und zwar durch Regierungen beider Lager. Hohe Einnahmen erzielt Schweden weiterhin über Einkommen, Konsum und Sozialabgaben. Das System schont Investitionen und Unternehmensgewinne stärker als das alte Bild vom Hochsteuerland vermuten lässt, belastet Arbeit und Verbrauch aber weiterhin beträchtlich.

Noch deutlicher wird der Wandel bei der Organisation öffentlicher Leistungen. Der Staat garantiert und finanziert, doch er muss nicht immer selbst betreiben. Rund jede fünfte Pflichtschule und etwa jede dritte weiterführende Schule wird von einem unabhängigen Träger geführt. Die Finanzierung folgt den Schülerinnen und Schülern. Die Einrichtungen müssen zugelassen sein, den nationalen Lehrplänen folgen und dürfen kein zusätzliches Schulgeld verlangen.

Im Gesundheitswesen ist die Logik ähnlich. Die Versorgung bleibt weitgehend steuerfinanziert und wird von Regionen und Kommunen organisiert. Zugleich werden rund 46 Prozent der Einrichtungen der Primärversorgung von privaten Trägern betrieben. Sie arbeiten grundsätzlich nach denselben Zulassungs- und Vergütungsregeln wie öffentliche Zentren. Bei spezialisierter Krankenhausversorgung ist der private Anteil deutlich geringer.

Diese Konstruktion ist weder klassische Privatisierung noch klassischer Staatsbetrieb. Eigentum und Betrieb können privat sein, Finanzierung und Zugangsversprechen bleiben öffentlich. Genau darin liegt der moderne schwedische Sonderweg. Wettbewerb soll Wahlmöglichkeiten schaffen, Wartezeiten verkürzen und Innovationen fördern. Der Sozialstaat wird nicht beseitigt, sondern in Teilen zu einem Besteller, Finanzierer und Kontrolleur umgebaut.

Der Preis der Marktöffnung
Der Umbau hat jedoch keine eindeutige Erfolgsgeschichte hervorgebracht. Besonders das Schulwesen ist zum politischen Streitfeld geworden. Kritiker bemängeln, dass gewinnorientierte Betreiber öffentliche Mittel an Eigentümer ausschütten können, während Kommunen die Verantwortung behalten, wenn ein Anbieter schließt oder besonders aufwendige Schülerinnen und Schüler nicht in gleichem Maß aufnimmt. Hinzu kommen Debatten über soziale Sortierung, Qualitätsunterschiede und den Wettbewerb um gute Noten.

Auch in Pflege und Gesundheit zeigt sich, dass Wettbewerb ohne starke Aufsicht keine Garantie für bessere Leistungen ist. Private Träger können Abläufe verbessern und neue Angebote schaffen. Sie können aber ebenso Anreize haben, Kosten zu drücken, Personal knapp zu bemessen oder sich auf rentable Leistungen zu konzentrieren. Entscheidend ist daher weniger die Eigentumsform als die Qualität der Regeln, die Transparenz der Finanzierung und die Fähigkeit des Staates, Verstöße wirksam zu ahnden.

Die gegenwärtige Debatte kreist folgerichtig nicht mehr nur um Staat oder Markt. Sie dreht sich um die Frage, wo Wettbewerb sinnvoll ist, wo Gewinne begrenzt werden sollten und welche Leistungen sich einer marktförmigen Steuerung entziehen. Die Sozialdemokraten wollen Gewinne im Schulbereich deutlich zurückdrängen und öffentliche Mittel stärker an den eigentlichen Bildungsauftrag binden. Die Debatte reicht längst über die politische Linke hinaus, denn auch frühere Befürworter der Öffnung verlangen heute strengere Qualitätsregeln und wirksamere Kontrolle.

Gleichzeitig lebt ein zentraler Bestandteil des alten Modells fort. Rund 88 Prozent der Beschäftigten werden von Tarifverträgen erfasst, und etwa zwei Drittel sind gewerkschaftlich organisiert. Löhne und viele Arbeitsbedingungen entstehen weiterhin in einem dicht geknüpften System zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften. Das ist keine Randnotiz. Es zeigt, wie wenig sich Schweden mit einem einfachen Etikett wie dereguliert oder sozialistisch erfassen lässt.

Die eigentliche Rechtsverschiebung
Der tiefste politische Bruch der vergangenen Jahre vollzog sich nicht bei der Körperschaftsteuer oder bei privaten Gesundheitszentren. Er zeigt sich bei Migration, Integration, Kriminalität und nationaler Zugehörigkeit. Nach dem Flüchtlingsjahr 2015 wuchs die Überzeugung, dass Aufnahmefähigkeit, Wohnungsmarkt, Schulen, Sprachförderung und Polizei überfordert worden seien. Schießereien im kriminellen Milieu, Sprengstoffanschläge und die Ausbreitung von Netzwerken in benachteiligten Stadtteilen verstärkten den Eindruck eines Kontrollverlusts.

Bei der Wahl 2022 blieben die schwedischen Sozialdemokraten mit 30,3 Prozent stärkste Partei. Die Schwedendemokraten erreichten jedoch 20,5 Prozent und wurden zweitstärkste Kraft, noch vor den Moderaten mit 19,1 Prozent. Der rechte Block gewann mit 176 zu 173 Mandaten. Seither regieren Moderate, Christdemokraten und Liberale unter Ministerpräsident Ulf Kristersson. Die Schwedendemokraten gehören nicht dem Kabinett an, sichern aber im Parlament die Mehrheit und prägen über das Tidö-Abkommen zentrale Vorhaben.

Diese Konstellation hat die Grenzen des politisch Sagbaren und Machbaren verschoben. Die Zahl der Asylanträge sank 2025 um dreißig Prozent auf den niedrigsten Stand seit 1985. Asylsuchende und nachziehende Familienangehörige machten nur noch sechs Prozent der Zuwanderung aus. Im Jahr 2018 waren es 31 Prozent gewesen. Regeln für Aufenthalt, Staatsbürgerschaft, Rückkehr und Arbeitsmigration wurden verschärft.

Im Juni 2026 beschloss das Parlament weitere Maßnahmen. Aufenthaltstitel können nun unter bestimmten Voraussetzungen auch wegen nicht strafbaren Fehlverhaltens überprüft und entzogen werden, etwa bei erheblichen Schulden, Schwarzarbeit, Steuerverstößen oder Verbindungen zu extremistischen Organisationen. Bestimmte Behörden müssen Menschen ohne Aufenthaltsrecht melden. Ärzte, Lehrkräfte und Sozialarbeiter wurden nach heftiger Kritik ausgenommen. Gegner warnen vor Rechtsunsicherheit und einem Klima des Misstrauens. Die Regierung hält dagegen, der Sozialstaat setze die Anerkennung gemeinsamer Regeln voraus.

Damit ist aus dem Einfluss der Schwedendemokraten ein dauerhafter Machtfaktor geworden. Kristersson hat für die Zeit nach der Wahl am 13. September 2026 eine gemeinsame Mehrheitsregierung der vier Parteien des rechten Lagers in Aussicht gestellt. Die Schwedendemokraten sollen dann auch Ministerposten übernehmen können, besonders in den Bereichen Migration und Integration. Eine Partei, die lange von allen anderen ausgegrenzt wurde, steht damit an der Schwelle formeller Regierungsverantwortung.

Auch die Sozialdemokraten haben sich verändert
Wer diese Entwicklung allein als Niederlage der Sozialdemokratie beschreibt, übersieht deren Anpassung. Die Partei unter Magdalena Andersson verspricht Investitionen in Schulen, Gesundheit, Pflege, Infrastruktur und Klimaschutz. Sie will Gewinne im Bildungswesen begrenzen, Beschäftigte entlasten und den Sozialstaat personell stärken. Gleichzeitig verteidigt sie die fiskalischen Grundregeln, bekennt sich zu einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft und stellt keine Rückkehr zum Modell der siebziger Jahre in Aussicht.

Besonders sichtbar ist der Kurswechsel bei Migration und Integration, die ist mit den meisten der vollkommen unwilligen Migranten zumindest aktuell in Schweden nur schwer möglich. Die Partei tritt daher inzwischen für eine restriktive Zuwanderungspolitik, verbindliche Sprachkenntnisse, stärkere Anforderungen an Einbürgerung und eine entschlossenere Bekämpfung räumlicher Segregation ein. Im Kampf gegen Bandenkriminalität setzt sie auf mehr Polizei, frühe Eingriffe bei gefährdeten Jugendlichen und schärfere Instrumente gegen die Führung krimineller Netzwerke. Der Unterschied zur Regierung liegt zunehmend in Ausgestaltung, Rechtsstaatlichkeit und sozialpolitischer Ergänzung, weniger in der grundsätzlichen Diagnose.

Auch die Sicherheitspolitik markiert eine historische Verschiebung. Unter einer sozialdemokratisch geführten Regierung beantragte Schweden im Mai 2022 nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine die Mitgliedschaft in der NATO. Am 7. März 2024 trat das Land dem Bündnis bei und beendete damit mehr als zwei Jahrhunderte militärischer Bündnisfreiheit. Die Partei, die den neutralen Wohlfahrtsstaat wie keine andere verkörpert hatte, trug damit selbst einen der größten strategischen Brüche der jüngeren Geschichte.

Das ist keine Selbstaufgabe, sondern politische Anpassung. Moderne Sozialdemokratie in Schweden bedeutet heute nicht mehr, möglichst viele Leistungen staatlich zu betreiben. Sie bedeutet, universelle Sicherheit zu garantieren, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und gesellschaftliche Pflichten stärker zu betonen. Der Staat soll wieder handlungsfähig wirken, ohne zu jenem umfassenden Steuerungsanspruch zurückzukehren, der in der Vergangenheit an seine Grenzen stieß.

Die Wahl 2026 widerspricht dem Nachruf
Ausgerechnet die aktuelle politische Lage zeigt, wie voreilig ein Nachruf wäre. In der großen amtlichen Befragung vom Mai 2026 kamen die Sozialdemokraten auf 33,9 Prozent. Die Schwedendemokraten lagen bei 18,3 Prozent, die Moderaten bei 17,3 Prozent. Die Liberalen erreichten nur 2,5 Prozent und damit deutlich weniger als die vier Prozent, die für den Einzug ins Parlament erforderlich sind.

Für die vier oppositionellen Parteien zusammen wurden 55,2 Prozent gemessen, für das regierende rechte Lager einschließlich der Schwedendemokraten 42,6 Prozent. Umfragen sind keine Wahlergebnisse. Koalitionsfragen bleiben kompliziert, und bis zum Wahltag können sich Stimmungen ändern. Dennoch passt eine führende Partei mit Aussicht auf die Regierungsübernahme kaum zum Bild einer beerdigten politischen Kraft.

Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, sobald Partei, Ideologie und Institutionen getrennt betrachtet werden. Die Sozialdemokratische Partei kann stark sein, obwohl das alte sozialdemokratische Modell nicht zurückkehrt. Universelle Wohlfahrt kann fortbestehen, obwohl private Anbieter wachsen. Eine hohe Steuerquote kann mit niedriger Unternehmenssteuer und harter Haushaltsdisziplin verbunden sein. Und ein Land kann sozialpolitisch großzügig bleiben, während es migrationspolitisch restriktiv wird.

Genau diese Kombination prägt Schweden im Jahr 2026. Der Staat gibt weiterhin viel aus. Er finanziert Schulen, Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung, Pflege und Alterssicherung. Er verlangt zugleich Effizienz, lässt Wettbewerb zu und schützt die fiskalische Stabilität. Auf dem Arbeitsmarkt bleiben Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände stark. In der Migrationspolitik wiederum ist der frühere liberale Sonderweg weitgehend beendet.

Was tatsächlich zu Grabe getragen wurde
Unser aktuelles Video trifft einen wahren Punkt, wenn es die verbreitete Vorstellung korrigiert, Schwedens Wohlstand beruhe auf einem vollständig staatlich gesteuerten Wirtschaftsmodell. Das Land ist reich, weil es produktive Unternehmen, offene Märkte, technischen Fortschritt, qualifizierte Beschäftigte und verlässliche Institutionen miteinander verbindet. Der Sozialstaat lebt von dieser Basis. Er ersetzt sie nicht.

Zu groß wird die These dort, wo aus Reformen ein ideologischer Totenschein entsteht. Schweden hat nicht die Sozialdemokratie begraben. Begraben wurde die Annahme, soziale Sicherheit verlange zwangsläufig staatlichen Eigenbetrieb, immer höhere Abgaben und eine ständig wachsende Verwaltung. Ebenfalls vorbei ist die Zeit, in der eine Partei allein den nationalen Konsens definieren konnte.

Der neue schwedische Konsens ist widersprüchlicher und härter. Er akzeptiert Marktmechanismen in öffentlichen Diensten, verteidigt aber den universellen Zugang. Er senkt einzelne Steuern, hält aber an einem großen öffentlichen Sektor fest. Er schützt Tarifautonomie und kollektive Sicherung, verlangt zugleich mehr Eigenverantwortung. Er begrenzt Zuwanderung, verschärft Integrationspflichten und baut die Verteidigung aus.

Ob diese Mischung langfristig trägt, ist offen. Marktöffnung kann Innovation freisetzen, aber auch Ungleichheit und Fehlanreize verstärken. Strenge Haushaltsregeln schaffen Stabilität, können jedoch notwendige Investitionen verzögern. Eine restriktive Migrationspolitik kann staatliche Kontrolle zurückgewinnen, zugleich aber qualifizierte Zuwanderung erschweren und rechtsstaatliche Konflikte verschärfen. Der Erfolg des Modells hängt deshalb weniger von großen Etiketten als von seiner praktischen Steuerung ab.
Schweden ist nicht das Land nach der Sozialdemokratie. Es ist ein Land nach der sozialdemokratischen Alleinherrschaft über die politische Vorstellungskraft. Der Wohlfahrtsstaat bleibt, die Marktwirtschaft bleibt, und auch die Sozialdemokraten bleiben. Neu ist, dass alle drei unter Bedingungen funktionieren müssen, die sie selbst verändert haben.



Vorgestellt


WakeBASE-Sprung vom Dubai Infinity Pool

Das Projekt mit dem Namen "WakeBASE" beinhaltete eine einzigartige Kombination aus Drohnen-Wakeskating und BASE-Jumping.Schauplatz dieses Kunststücks war das Address Beach Resort in Dubai, dessen Infinity-Pool 294 Meter über dem Meeresspiegel liegt und damit den Guinness-Weltrekord hält.Grubbs Herausforderung begann mit einem 94 Meter langen Wakeskating über den Pool auf dem Dach, wobei er von einer speziell entwickelten Drohne gezogen wurde.Der Stunt gipfelte in einem BASE-Sprung vom Rand des Pools, bei dem Grubb 77 Stockwerke hinabsprang, bevor er erfolgreich am Strand landete. Diese Leistung war die Verwirklichung von Grubbs siebenjährigem Traum und ein historischer Meilenstein im Extremsport.Um sich auf "WakeBASE" vorzubereiten, unterzog sich Grubb einem rigorosen Training mit der BASE-Sprunglegende Miles Daisher.Obwohl er im Dezember 2022 erst 26 BASE-Sprünge absolviert hatte, absolvierte Grubb 106 Sprünge während seines Trainings, das in Idaho, USA, und Lauterbrunnen, Schweiz, einem renommierten BASE-Sprungort, stattfand.Das Projekt umfasste auch eine Partnerschaft mit Prada, das maßgeschneiderte, für die Anforderungen von Wakeskating und BASE-Jumping optimierte Kleidung zur Verfügung stellte.Die Drohne, die bei diesem Stunt zum Einsatz kam, wurde von einem Team unter der Leitung von Sebastian Stare mit spezieller Hard- und Software entwickelt, die auf die Anforderungen von "WakeBASE" zugeschnitten ist.Die Wahl des Address Beach Resorts in Dubai war von strategischer Bedeutung, da der hohe Infinity-Pool und das architektonische Layout sowohl für den Wakeskate-Lauf als auch für den BASE-Sprung ideal waren.

Lass dich von Dubai und seinem Zauber überraschen

Lass dich von Dubai und seinem Zauber überraschen

Gaza und die perfiden Methoden der Hamas

Nach dem pervertierten Blutrausch der Hamas-Terroristen, bei dem unschuldige Frauen und Kinder ermordet wurden, kam es zu asozial perfiden Solidaritätsbekundungen - für die Hamas-Terroristen im Gaza-Streifen. Das war leider, wie so oft, zu erwarten. Und zwar von denen, die schon seit Jahren ihren asozialen Hass auf alles Jüdische herausbrüllen, auch und vor allem auf deutschen Straßen.    Was viele "Selbstversteher" der Hamas-Terroristen verschweigen, ist der Umstand, dass die Hamas selbst die Kleinsten (Babys) als menschliche Schutzschilde verwendet, um im Falle einer militärischen Auseinandersetzung mit der israelischen Arme (IDF), ihren pervertierten Propagandafeldzug füttern zu können, weshalb es nur eine Lösung für den Gaza-Streifen gibt, die Hamas muss bis auf den letzten Terroristen vernichtet werden!