The Prague Post - Netanjahu beantragt offiziell Begnadigung - Opposition verlangt seinen Rücktritt

EUR -
AED 4.258449
AFN 76.660114
ALL 96.554954
AMD 439.985868
ANG 2.075656
AOA 1062.147507
ARS 1681.636715
AUD 1.778996
AWG 2.087189
AZN 1.975837
BAM 1.955293
BBD 2.328796
BDT 141.293349
BGN 1.955293
BHD 0.435287
BIF 3414.914176
BMD 1.159549
BND 1.501511
BOB 7.989927
BRL 6.188403
BSD 1.1562
BTN 103.415174
BWP 16.542709
BYN 3.364727
BYR 22727.164608
BZD 2.325497
CAD 1.621572
CDF 2552.168241
CHF 0.930859
CLF 0.027432
CLP 1076.143299
CNY 8.204449
CNH 8.199915
COP 4330.876577
CRC 576.45047
CUC 1.159549
CUP 30.728054
CVE 110.236405
CZK 24.127325
DJF 205.896591
DKK 7.467953
DOP 72.431211
DZD 150.527953
EGP 55.016729
ERN 17.393238
ETB 178.435414
FJD 2.633627
FKP 0.875912
GBP 0.875032
GEL 3.13526
GGP 0.875912
GHS 13.100602
GIP 0.875912
GMD 84.071783
GNF 10045.39424
GTQ 8.857702
GYD 241.90725
HKD 9.027137
HNL 30.447102
HRK 7.532552
HTG 151.300753
HUF 381.550118
IDR 19304.001394
ILS 3.775092
IMP 0.875912
INR 103.614424
IQD 1514.707087
IRR 48817.022348
ISK 148.399556
JEP 0.875912
JMD 185.131977
JOD 0.822166
JPY 181.081049
KES 149.73116
KGS 101.403024
KHR 4625.800075
KMF 492.808822
KPW 1043.591668
KRW 1701.778063
KWD 0.355959
KYD 0.96355
KZT 593.456058
LAK 25099.489231
LBP 103553.538371
LKR 356.327569
LRD 205.236762
LSL 19.800564
LTL 3.423848
LVL 0.7014
LYD 6.304365
MAD 10.727017
MDL 19.638906
MGA 5192.653034
MKD 61.509045
MMK 2434.892131
MNT 4123.690847
MOP 9.273694
MRU 46.135033
MUR 53.536826
MVR 17.861393
MWK 2004.979911
MXN 21.213998
MYR 4.791842
MZN 74.107228
NAD 19.800564
NGN 1678.065274
NIO 42.548963
NOK 11.746586
NPR 165.464079
NZD 2.059408
OMR 0.443945
PAB 1.1563
PEN 3.891391
PGK 4.969711
PHP 67.990213
PKR 326.670262
PLN 4.236471
PYG 8085.902529
QAR 4.214407
RON 5.09344
RSD 117.289575
RUB 90.116624
RWF 1681.763753
SAR 4.349264
SBD 9.543777
SCR 15.668936
SDG 697.473115
SEK 10.958944
SGD 1.503824
SHP 0.869962
SLE 26.62368
SLL 24315.1651
SOS 659.628893
SRD 44.624136
STD 24000.327624
STN 24.493646
SVC 10.117376
SYP 12822.956122
SZL 19.81486
THB 37.233553
TJS 10.695326
TMT 4.070018
TND 3.412015
TOP 2.791916
TRY 49.275088
TTD 7.837967
TWD 36.400457
TZS 2855.959169
UAH 48.914012
UGX 4202.909772
USD 1.159549
UYU 45.968076
UZS 13762.430047
VES 284.510015
VND 30571.515046
VUV 141.166349
WST 3.252564
XAF 655.78689
XAG 0.020517
XAU 0.000274
XCD 3.13374
XCG 2.083859
XDR 0.815588
XOF 655.78689
XPF 119.331742
YER 276.324739
ZAR 19.842095
ZMK 10437.338548
ZMW 26.507124
ZWL 373.374374
  • Goldpreis

    53.1000

    4218.3

    +1.26%

  • TecDAX

    28.4200

    3591.78

    +0.79%

  • SDAX

    117.3500

    16657.64

    +0.7%

  • EUR/USD

    0.0001

    1.1601

    +0.01%

  • DAX

    68.8300

    23836.79

    +0.29%

  • MDAX

    405.9000

    29937.15

    +1.36%

  • Euro STOXX 50

    15.0000

    5668.17

    +0.26%

Netanjahu beantragt offiziell Begnadigung - Opposition verlangt seinen Rücktritt
Netanjahu beantragt offiziell Begnadigung - Opposition verlangt seinen Rücktritt / Foto: oliver contreras - AFP/Archiv

Netanjahu beantragt offiziell Begnadigung - Opposition verlangt seinen Rücktritt

Der wegen Korruptionsvorwürfen angeklagte israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat bei Israels Staatschef Isaac Herzog offiziell seine Begnadigung beantragt. Das israelische Präsidialamt sprach nach Erhalt des Schreibens am Sonntag von einem "außergewöhnlichen Antrag". Netanjahu, der bislang jegliches Fehlverhalten bestreitet, begründete den Schritt mit "nationalem Interesse"; der Prozess gegen ihn spalte das Land. Die Opposition dagegen kritisierte Netanjahu scharf wegen eines fehlenden Schuldeingeständnisses und verlangte seinen Rückzug aus dem politischen Leben.

Textgröße:

Herzogs Büro erklärte am Sonntag, es sei sich "bewusst, dass es sich hierbei um einen außergewöhnlichen Antrag handelt". Nach Einholung "aller relevanten Stellungnahmen" werde der Präsident den Antrag "verantwortungsbewusst und aufrichtig prüfen".

Netanjahu steht wegen drei verschiedener Korruptionsfälle vor Gericht. Ihm und seiner Frau Sara wird zur Last gelegt, Geschenke - darunter Schmuck, Champagner und Zigarren - im Wert von mehr als 260.000 Dollar (rund 223.000 Euro) von Milliardären im Gegenzug für politische Gefälligkeiten angenommen zu haben. In zwei weiteren Fällen soll er versucht haben, eine für ihn günstigere Berichterstattung mit israelischen Medien auszuhandeln. Netanjahu weist die Vorwürfe zurück.

Der Prozess gegen ihn dauere nun schon fast sechs Jahre und werde "voraussichtlich noch viele weitere Jahre andauern", sagte Netanjahu am Sonntag in einer Videobotschaft. Zwar wolle er den Prozess bis zum Freispruch fortsetzen, betonte der 76-jährige Regierungschef. "Doch die sicherheitspolitische und politische Realität – das nationale Interesse – gebieten etwas anderes", sagte er.

Der Staat Israel stehe vor "enormen Herausforderungen", führte Netanjahu aus. "Die Fortsetzung des Prozesses spaltet uns im Innern, führt zu heftigen Auseinandersetzungen und vertieft die Gräben."

Mehr als zwei Jahre nach dem Überfall der islamistischen Hamas auf Israel und dem dadurch ausgelösten Krieg im Gazastreifen ist seit 10. Oktober eine maßgeblich von den USA vermittelte Waffenruhe in Kraft. Im Zuge der ersten Phase der Waffenruhe hatte die Hamas die letzten überlebenden Geiseln freigelassen. Derzeit sind Gespräche zur Umsetzung der zweiten Phase im Gange, die unter anderem die Entwaffnung der Hamas und die künftige Verwaltung des Küstengebiets betrifft.

Netanjahu hatte bereits vor dem 7. Oktober 2023, dem Tag des Hamas-Überfalls auf Israel, unter massivem politischen Druck gestanden. Der von seiner rechtsreligiösen Regierung vorgeschlagene Umbau der Justiz löste monatelange Massenproteste aus. Trotz des Krieges trieb die Staatsanwaltschaft das Korruptionsverfahren gegen Netanjahu voran.

Netanjahu sagte, "ausschlaggebend" für sein nun eingereichtes Begnadigungsgesuch sei die "unmögliche" Forderung der Justiz nach drei Anhörungen pro Woche. "Ich bin mir sicher, wie viele andere in diesem Land auch, dass ein sofortiges Ende des Verfahrens wesentlich dazu beitragen wird, die Wogen zu glätten und die umfassende Versöhnung zu fördern, die unser Land so dringend braucht", sagte er.

Vor wenigen Wochen hatte US-Präsident Donald Trump den israelischen Präsidenten zur vorsorglichen Begnadigung seines Verbündeten Netanjahu aufgefordert. Während er die Unabhängigkeit des israelischen Justizsystems "uneingeschränkt respektiere", glaube er, dass es sich bei dem Prozess gegen Netanjahu um eine "politische und ungerechtfertigte Strafverfolgung" handele, hieß es demnach in Trumps Brief an Herzog.

Trump hatte bereits Mitte Oktober bei seinem Besuch in Israel mit Blick auf die Korruptionsvorwürfe gegen Netanjahu gesagt: "Zigarren und Champagner - wen interessiert das schon?" An Israels Präsidenten Isaac Herzog gerichtet fragte er in der Knesset, dem israelischen Parlament: "Warum begnadigen Sie ihn nicht?"

Im September hatte Herzog angedeutet, dass er Netanjahu begnadigen könnte. In einem Interview sagte er damals, dass der Fall "die israelische Gesellschaft schwer belastet".

"Sie können Netanjahu keine Begnadigung gewähren, ohne dass er sich schuldig bekannt, Reue gezeigt und sich sofort aus dem politischen Leben zurückgezogen hat", mahnte indes Oppositionschef Jair Lapid in einem Video im Onlinedienst X.

Der linksgerichtete Chef der Partei Die Demokraten, Jair Golan, schloss sich dieser Forderung an. "Nur Schuldige bitten um Begnadigung", schrieb er auf X. Der einzige zur Debatte stehende Kompromiss sei, dass "Netanjahu Verantwortung übernimmt, seine Schuld eingesteht, sich aus der Politik zurückzieht und das Volk und den Staat befreit - nur dann kann Einheit in der Nation erreicht werden".

Aus seiner Regierungskoalition erhielt Netanjahu dagegen Unterstützung. Verteidigungsminister Israel Katz drängte Herzog, die Begnadigung zu gewähren, um "die tiefe Spaltung" im Land zu beenden. Der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich nutzte die Gelegenheit für einen Angriff auf das "korrupte Justizsystem", das "politische Fälle" gegen Netanjahu "konstruiert" habe.

Netanjahu ist Israels am längsten amtierender Ministerpräsident. Seit 1996 hatte er dieses Amt insgesamt 18 Jahre lang drei Mal inne. Auch bei nächsten Wahlen 2026 will er nach eigenen Angaben erneut kandidieren.

Z.Marek--TPP