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Einen Tag nach dem folgenschwersten Angriff in Saudi-Arabien seit mehr als einem Jahrzehnt ist bei einem erneuten Beschuss des internationalen Flughafens der Hauptstadt Riad ein Mensch getötet worden. Elf weitere Menschen wurden dabei am Sonntag verletzt, wie die saudiarabische Luftfahrtbehörde mitteilte. Die jemenitische Huthi-Miliz erklärte, sie habe seit Samstag mehrere Angriffe auf den Flughafen von Riad verübt.
Bei dem jüngsten Luftangriff auf den Flughafen von Riad wurde nach Angaben der Luftfahrtbehörde ein pakistanischer Staatsbürger getötet. Das Ausmaß der Sachschäden werde noch ermittelt, teilte die Behörde im Onlinedienst X mit.
Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition gegen die pro-iranische Huthi-Miliz hatte zuvor mitgeteilt, ein Geschoss sei im Terminal 4 des Flughafens eingeschlagen und habe einen Brand ausgelöst. Die Luftabwehr habe zudem "einen Marschflugkörper in der Nähe des Flughafens abgefangen und zerstört", erklärte Koalitionssprecher Turki al-Maliki.
Journalisten der Nachrichtenagentur AFP und Bewohner Riads hatten zuvor zwei starke Explosionen gehört. "Das ganze Haus hat gebebt", berichtete ein Mann aus dem Stadtviertel Al-Aarid im Norden der Hauptstadt. Nach Angaben von Anwohnern eilten zudem Rettungswagen zum Flughafen, der im Nordosten der Hauptstadt liegt. Gut eine Stunde später wurde Riad erneut von zwei heftigen Explosionen erschüttert.
Huthi-Militärsprecher Jahja Saree erklärte, die Miliz habe in den vergangenen 24 Stunden vier "Operationen mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen ausgeführt". Ziele waren demnach der Flughafen von Riad, der Flughafen von Dammam im Osten Saudi-Arabiens sowie zwei Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Aramco.
Der saudiarabische Energieminister Abdulasis bin Salman warnte, die Energiesicherheit des Landes könne aufgrund des Krieges "nicht als selbstverständlich betrachtet" werden. "Diese Umstände haben unsere Infrastruktur, unsere Institutionen, unser Volk und unsere Widerstandskraft auf die Probe gestellt", sagte er in einer Rede bei einer Energiekonferenz in Riad.
Der Energieminister kündigte eine Reaktion Riads auf die jüngsten Angriffe an: "Die Ereignisse der vergangenen Wochen sind ernst, unsere Antwort muss ebenso ernst sein."
Der diplomatische Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Anwar Gargasch, drängte angesichts der Angriffe zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Golfstaaten in der Sicherheitspolitik. "Wir sind alle Ziele", erklärte er auf X. Die Angriffe der Huthis in Saudi-Arabien hätten die Sicherheit der gesamten Region untergraben. "Es ist notwendig, die gemeinsame Zusammenarbeit der Golfstaaten, insbesondere im Bereich Sicherheit und Verteidigung, wiederzubeleben und das kollektive Sicherheitssystem zu stärken", fügte er hinzu.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi telefonierte unterdessen nach Angaben iranischer Staatsmedien mit seinem saudiarabischen Kollegen Faisal bin Farhan al Saud. Araghtschi habe dabei betont, es "verkompliziert die derzeitige Lage", auf einer "militärischen Lösung zu beharren und einen politischen Lösungsansatz zu ignorieren", berichtete die Nachrichtenagentur Irna. Der Iran sei bereit, "einen Dialog zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen einzuleiten und das Erzielen einer politischen Lösung zu erleichtern".
Das iranische Außenministerium erklärte, es sei "sehr beunruhigt" über die Eskalation zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz.
Am Samstag waren bei einem massiven Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad nach saudiarabischen Angaben zwölf Menschen getötet und 309 weitere verletzt worden. Die indische Botschaft in Riad gab am Sonntag den Tod eines Inders bekannt, der bei dem Angriff verletzt worden war. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 13.
Der Flughafen von Riad ist seit Samstag geschlossen. Ursprünglich sollte die Schließung bis Montag um 23.00 Uhr MESZ andauern. Saudi-Arabiens Zivilluftfahrtbehörde gab allerdings am Montag bekannt, dass die Schließung verlängert werde. Einen Zeitpunkt für Wiederaufnahme des Betriebs nannte die Behörde nicht.
Von den Angriffen auf den Flughafen von Riad war indirekt auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) betroffen. Sie nahm an der Energiekonferenz in Riad teil und musste ihre Rückreise umplanen. Ursprünglich war vorgesehen, dass Reiche am Montagabend aus dem Königreich abreist. Wie die Wirtschaftsministerin nun zurückkommt, war nach Angaben einer Ministeriumssprecherin zunächst noch nicht geklärt.
Die von Saudi-Arabien seit 2015 angeführte Militärkoalition unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Huthis. Die vom Iran unterstützte Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Zuletzt übernahm sie nach einer Blitzoffensive die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.
Derweil verurteilte die chinesische Regierung die jüngsten Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien. "China verurteilt die Angriffe, die schwere Verluste verursacht haben, und äußert ernste Besorgnis über die Intensivierung des Konflikts", sagte die Sprecherin des Außenministeriums in Peking, Mao Ning.
L.Hajek--TPP