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Der Angreifer, der im Westen von Paris aus mutmaßlich rassistischen Motiven einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt hat, stand während der Tat unter Drogeneinfluss. Spuren von Cannabis und Kokain seien in seinem Blut nachgewiesen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Sonntag in Paris mit. Nach einer psychiatrischen Untersuchung am Vorabend sei der Polizeigewahrsam vorerst aufgehoben. Der 39-Jährige befinde sich stattdessen weiter unter psychiatrischer Beobachtung.
Diese könne bis zu 48 Stunden dauern, erklärte die Staatsanwaltschaft. Danach werde entschieden, ob sein mentaler Zustand weitere Anhörungen zulasse. Die Familie des getöteten 26-Jährigen kritisierte die Aufhebung des Polizeigewahrsams.
Der Angreifer hatte am Freitag in den Pariser Vorstädten Trappes und La Verrière aus seinem Auto heraus mit einer Maschinenpistole auf Menschen geschossen. Dabei tötete er einen Franzosen afrikanischer Herkunft und verletzte mehrere Menschen mit maghrebinischen oder afrikanischen Wurzeln. Ein zwölf Jahre altes Mädchen wurde von acht Kugeln getroffen und schwebt weiter in Lebensgefahr. Der vorbestrafte 39-Jährige wurde schließlich im nahegelegenen Coignières festgenommen.
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach von einem "rassistischen Terroranschlag". Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen "Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung" ein.
Die Wohnung des Angreifers im Ort Plaisir hätte zu einem weiteren Anschlagsort werden können: Ermittler fanden dort Gasflaschen, Zünder und einen Zeitschaltmechanismus. Zudem stießen sie auf eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" sowie eine Bibel und einen Koran.
Seine Eltern und zwei weitere Menschen aus seinem Umfeld kamen ebenfalls in Polizeigewahrsam.
Der Anwalt der Familie des Getöteten erklärte, es müsse geprüft werden, ob Behördenversagen vorliege. Schließlich sei der Täter der Polizei und der Justiz bekannt gewesen und habe offenbar "Kriegswaffen" besessen.
Der Fall hatte eine Schockwelle in Frankreich ausgelöst. Macron hatte zunächst erklärt, es sei das erste Mal, dass in Frankreich ein Terroranschlag auf Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Religion geplant gewesen sei. Damit löste er heftige Kritik aus, denn es hatte bereits mehrere Anschläge unter anderem auf jüdische Kinder oder katholische Priester gegeben.
Am Samstag waren mehrere hundert Menschen zu einer Solidaritätskundgebung in Trappes zusammengekommen, wo der 26 Jahre alte Pengo Bossio Wangi gewohnt hatte.
"Pengo ist tot, weil er schwarz war", sagte die Anti-Rassismus-Aktivistin Assa Traoré. "Die Menschen wissen nicht, was sich in den sozial benachteiligten Vierteln abspielt, und das ist dramatisch", fügte sie hinzu.
Der linksgerichtete Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, kritisierte all diejenigen, die Rassismus beförderten. "Sie tragen eine Mitschuld, weil sie diesen Terroristen ideologisch bewaffnet haben", sagte er bei einer Kundgebung in Orléans gegen den Parteitag der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN).
O.Ruzicka--TPP