The Prague Post - Fünf mögliche Wege zu einer neuen israelischen Regierung

EUR -
AED 4.089369
AFN 72.378405
ALL 90.644358
AMD 401.89957
ANG 1.992947
AOA 1022.203491
ARS 1712.47407
AUD 1.584619
AWG 2.004321
AZN 1.894225
BAM 1.95311
BBD 2.241413
BDT 138.0574
BGN 1.94623
BHD 0.420016
BIF 3338.817065
BMD 1.113512
BND 1.425811
BOB 13.238887
BRL 5.94871
BSD 1.112917
BTN 105.7829
BWP 15.395729
BYN 3.274132
BYR 21824.826752
BZD 2.238287
CAD 1.564539
CDF 2577.779558
CHF 0.922672
CLF 0.027802
CLP 1097.766377
CNY 7.425285
CNH 7.420686
COP 3513.808242
CRC 506.080346
CUC 1.113512
CUP 26.710217
CVE 110.113361
CZK 24.335234
DJF 197.892899
DKK 7.474302
DOP 68.25478
DZD 150.64883
EGP 62.465658
ERN 16.702674
ETB 181.037352
FJD 2.508524
FKP 0.834268
GBP 0.836553
GEL 2.887301
GGP 0.834268
GHS 12.971254
GIP 0.834268
GMD 82.399716
GNF 9849.436215
GTQ 8.505211
GYD 233.219877
HKD 8.73507
HNL 29.879316
HRK 7.53369
HTG 145.790539
HUF 366.769541
IDR 20196.705811
ILS 3.36727
IMP 0.834268
INR 105.782541
IQD 1687.146306
IRR 2023258.874966
ISK 136.371861
JEP 0.834268
JMD 177.076146
JOD 0.789512
JPY 175.846863
KES 144.678423
KGS 97.375692
KHR 4543.661256
KMF 491.058927
KPW 1002.160369
KRW 1477.139649
KWD 0.346503
KYD 0.927427
KZT 508.670367
LAK 25048.168425
LBP 99661.512326
LKR 369.990481
LRD 189.200299
LSL 18.561372
LTL 3.28791
LVL 0.673552
LYD 7.148839
MAD 10.962404
MDL 20.099141
MGA 5065.955365
MKD 61.495314
MMK 2338.120113
MNT 4007.981648
MOP 8.992856
MRU 44.710625
MUR 52.691435
MVR 17.204069
MWK 1929.851043
MXN 20.807439
MYR 4.552004
MZN 71.164748
NAD 18.561206
NGN 1494.5107
NIO 40.952868
NOK 10.392183
NPR 169.253399
NZD 1.959235
OMR 0.428146
PAB 1.112952
PEN 3.834151
PGK 4.989129
PHP 71.231386
PKR 307.975483
PLN 4.399037
PYG 6475.08308
QAR 4.057013
RON 5.350086
RSD 117.5334
RUB 89.690132
RWF 1647.1391
SAR 4.176074
SBD 8.980078
SCR 15.389327
SDG 669.774798
SEK 11.07576
SGD 1.426523
SHP 0.834404
SLE 25.555157
SLL 23349.785743
SOS 636.018419
SRD 41.92427
STD 23047.441307
STN 24.46521
SVC 9.738589
SYP 14477.877069
SZL 18.553283
THB 37.608861
TJS 10.238449
TMT 3.89729
TND 3.332611
TOP 2.681068
TRY 55.438849
TTD 7.554427
TWD 36.093254
TZS 2944.787109
UAH 50.805835
UGX 4880.191771
USD 1.113512
UYU 44.618555
UZS 13282.469972
VES 957.547538
VND 28766.457873
VUV 132.221957
WST 3.078558
XAF 655.957
XAG 0.0205
XAU 0.000274392005
XCD 3.009321
XCG 2.00572
XDR 0.78731
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 262.955891
ZAR 18.516694
ZMK 10022.93476
ZMW 22.44379
ZWL 358.550271
SSP 6397.905573
MXV 2.346911
  • TecDAX

    36.1700

    4092.64

    +0.88%

  • MDAX

    207.7900

    30495.47

    +0.68%

  • SDAX

    40.2900

    18373.06

    +0.22%

  • Euro STOXX 50

    48.4600

    6164.69

    +0.79%

  • DAX

    179.9300

    25590.77

    +0.7%

  • Goldpreis

    36.8000

    4075.2

    +0.9%

  • EUR/USD

    -0.0046

    1.1133

    -0.41%

Fünf mögliche Wege zu einer neuen israelischen Regierung
Fünf mögliche Wege zu einer neuen israelischen Regierung

Fünf mögliche Wege zu einer neuen israelischen Regierung

Fünf mögliche Wege zu einer neuen israelischen Regierung. Wenn an diesem Dienstag die Bürgerinnen und Bürger in Israel die Knesset, das israelische Parlament, wählen, bekommen Mandate nur die Parteien, die über die Hürde von 3,25 Prozent kommen.

Textgröße:

Wenn an diesem Dienstag die Bürgerinnen und Bürger in Israel die Knesset, das israelische Parlament, wählen, bekommen Mandate nur die Parteien, die über die Hürde von 3,25 Prozent kommen. Die Parteien versuchen sich dann an der Koalitionsbildung – die in Israel mit seiner fragmentierten Parteienlandschaft eigentlich immer nötig ist. Kann eine Koalition gebildet werden, bildet sie eine Regierung und verteilt Ministerposten. Für die Ministerinnen und Minister rücken dann für die jeweiligen Parteien Politiker niedrigerer Listenplätze im Parlament nach. Ein Thema, das den Wahlkampf stark prägte, ist die Person Benjamin Netanjahu: 1988 zog er zum ersten Mal für die rechtskonsverative Likud-Partei in die Knesset ein. Aus der israelischen Politik ist er seitdem nur noch schwer wegzudenken. 1996 wurde er erstmals Premier und hielt den Posten seitdem fast 19 Jahre. Kein anderer Premier in Israels Geschichte kommt auf eine solche Amtszeit.

":id="'ad_bin_' + idAfterDeviceDetect" class="ad_bin sold contentad"> Netanjahu ist längst eine umstrittene Figur und wird seit dem Angriff palästinensischer Milizen aus dem Gazastreifen am 7. Oktober 2023 in Südisrael von Teilen der Bevölkerung sogar gehasst. Nicht nur war er damals als Premier letztlich für die Geschicke Israels verantwortlich, sondern hatte Medienberichten zufolge zuvor mehrfach Warnungen etwa der Vereinigten Arabischen Emirate vor einem Anschlagsplan der Hamas ignoriert. Außerdem verhindert er bis heute eine unabhängige Untersuchungskommission, die viele im Land wünschen.

Die israelische Parteienlandschaft ist derzeit gespalten: in den Pro-Netanjahu-Block der derzeitigen Regierungsparteien, den Anti-Netanjahu-Block der zionistischen Oppositionsparteien, den Block der arabischen Parteien und die rechte Partei Amcha Israel, deren Loyalität für oder gegen Netanjahu sich noch beweisen muss. Um auf eine Knessetmehrheit zu kommen und damit regierungsfähig zu werden, bräuchten der Anti-Netanjahu- und der Pro-Netanjahu-Block jeweils 61 von 120 Sitzen in der Knesset. Laut den Umfragen kann bislang keiner der Blöcke diese Anzahl erreichen. Wie könnte es also nach der Wahl weitergehen? Welche Koalitionslösungen gibt es – und könnten Israel am Ende sogar erneute Wahlen ins Haus stehen?

Szenario eins: Der Netanjahu-Block schafft es erneut Laut Umfragen hat Likud zwischen der Wahl 2022 und der Wahl 2026 massiv abgebaut – bis zu 10 Sitze. Die gesamte Koalition kommt demnach statt der nötigen 61 Sitze nur noch auf etwa 50.

":id="'ad_bin_' + idAfterDeviceDetect" class="ad_bin sold contentad"> Innerhalb seiner Regierungskoalition haben laut Umfragen manche Parteien zugelegt, andere abgebaut: Die rechtsextreme Otzma Yehudit des Ministers für innere Sicherheit Itamar Ben-Gvir zieht gerade unter jüngeren Menschen. Die Partei gewann 2022 6 Sitze, jetzt werden es je nach Umfrage wohl eher 7 bis 9. Die ultraorthodoxe Schas-Partei würde den Umfragen zufolge hingegen Sitze verlieren, ihre Mandate könnten sich von 11 auf 8 verringern.

Entschieden wird allerdings am Wahltag und nicht in Umfragen, deren Ergebnisse voneinander abweichen. Entscheidend wird auch sein, wie viele Wählerinnen und Wähler ihr Stimmrecht wahrnehmen – etwa in der arabischen Community. Bei steigender Wahlbeteiligung wird es wahrscheinlicher, dass es die Amcha-Israel-Partei nicht über die Hürde von 3,25 Prozent schafft. Und sie somit einer Netanjahu-Koalition nicht doch noch über die 61-Sitz-Hürde verhelfen kann. Fazit: Eher unwahrscheinlich. Die Wahlergebnisse müssten sehr deutlich vom Konsens der Umfragen abweichen.

":id="'ad_bin_' + idAfterDeviceDetect" class="ad_bin sold contentad"> Szenario zwei: Der Oppositionsblock bildet die Koalition

Auch der zionistische Anti-Netanjahu-Block kommt in keiner Umfrage auf die 61 Sitze, sondern er liegt eher bei 52 bis 56 Sitzen. Sein zentrales Versprechen lautet: keine Koalition mit Netanjahu. Ein weiteres Versprechen der Mehrheit der Parteien innerhalb des Blocks lautet aber auch: keine Koalition mit den arabischen Parteien. Rechnerisch geht das nicht auf, eines der beiden Versprechen müsste für eine Koalitionsbildung gebrochen werden. Die arabische Partei Ra'am hat Interesse an einer Koalitionsbeteiligung bekundet, die zionistische Partei Demokraten das immerhin nicht ausgeschlossen. Die anderen drei Oppositionsparteien aber schon.

Die Ra’am saß von 2021 bis 2022 schon einmal in einer Koalition, von unter Jair Lapid und Naftali Bennet. Die beiden gehören mit ihrer Partei B’Yachad auch in diesem Jahr zum Oppositionsblock. Bennet hatte aber betont, eine solche Koalition nicht erneut eingehen zu wollen. Die andere arabische Liste, die Joint List, hat kein Interesse an einer Regierungsbeteiligung. Die zweite Unbekannte für eine Koalitionsbildung der Opposition ist also ihr Wahlergebnis. Aktuell hat Ra’am 5 Sitze in der Knesset; in den Umfragen kommt sie auf 5 bis 7. Parteichef Abbas Mansour selbst erklärte der taz, auf 8 Sitze kommen zu wollen. Die Umfragen geben das aber nicht her. Demnach kommen die arabischen Listen insgesamt auf 13 bis 16 Sitze.

Fazit: Viele „wenn“ liegen auf dem Weg zu einer Koalitionsbildung der Opposition. Wenn sie bereit ist, mit der Ra’am zu koalieren. Wenn diese es schafft, die rechnerisch nötigen Sitze zu erringen. Eine unsichere Kiste. Szenario drei: eine große Koalition mit Netanjahu

Gemeinsam auf 61 Sitze kommen, könnte eine Koalition der Likud von Netanjahu, der in den Umfragen vorne liegenden Oppositionspartei Yashar von Gadi Eisenkot, der B’Yachad und die Partei Israel Beitenu. Den drei Parteien ist gemein, dass sie eher rechts der Mitte sind – aber nicht so extrem rechts wie Netanjahus bisherige Koalitionspartner. Grundsätzlich hätten die vier Parteien politische Gemeinsamkeiten – wäre da nicht die Personalien Netanjahu. Mit ihm zu koalieren hatte Eisenkot jüngst nochmal ausgeschlossen. Selbst dann, wenn der Posten des Premiers innerhalb der Koalition rotieren würde.

Eine Umfrage der Tageszeitung Ma’ariv zeigte jüngst: 60 Prozent der Befragten würden eine Einheitsregierung vorziehen, wenn keine klare Mehrheit für oder gegen Netanjahu erzielt wird. Nur etwas über 20 Prozent würden Neuwahlen vorziehen. Fazit: Eher unwahrscheinlich – zu unbeliebt ist der Politiker Netanjahu bei den Anführern der Oppositionsparteien. Ausgeschlossen ist die Konstellation aber auch nicht.

Szenario vier: mal wieder Neuwahlen Von Neuwahlen können die Israelis ein Lied singen: Ganze fünf Mal wählten sie zwischen 2019 und 2022. Mehrfach scheiterte die Regierungsbildung, und wenn sie klappte, waren die Koalitionen instabil und scheiterten noch vor Ablauf ihrer Amtszeit.

Doch wenn sich keine klare Mehrheit abzeichnet – so wie es die Umfragen andeuten –, könnte die Koalitionsbildung wieder und wieder scheitern. Und es damit letztlich zu Neuwahlen kommen. Fazit: Möglich gerade dann, wenn sich der übergangsweise im Amt bleibende Netanjahu von einer erneuten Phase der Unsicherheit Vorteile für den nächsten möglichen Wahlgang erhofft.

Szenario fünf: eine Minderheitsregierung der Opposition In Israel funktioniert es recht gut, einzelne politische Entscheidungen gemeinsam mit Parteien zu treffen, die gar nicht mit in der Regierungskoalition sitzen. Denn jedes Gesetz wird einzeln in der Knesset abgestimmt.

Es wäre möglich, dass der Oppositionsblock sich mit den 52 bis 56 Sitzen begnügt und ohne Beteiligung der Ra’am eine Minderheitsregierung bildet. Sie müsste sich dann für einzelne Gesetzesvorlagen Mehrheiten in der Knesset suchen. Ein mögliches Gesetzesvorhaben: die Amtszeit des Premiers auf eine Maximaldauer zu beschränken. Ein solches Vorhaben könnten etwa die arabischen Parteien unterstützten, die Regierung so auf eine Mehrheit von 61 oder mehr Sitzen von 120 zu kommen.

Entsprechende Pläne hat der Oppositionsblock bereits vorgebracht. Ein solcher Gesetzesvorwurf wurde 2021 in erster Lesung bereits verabschiedet – auch damals mit Stimmen aus der Opposition. Er wurde aber vor Ende der Amtszeit der damaligen Regierung nicht Gesetz. Fazit: Möglich. Da aber jedes Regierungsvorhaben zu einem Ringen in der Knesset würde, wäre ein solches Konstrukt sehr instabil und eventuell nicht von langer Amtsdauer.

Kommt der Krieg während der Verhandlungen zurück? In jedem Fall würde eine wie auch immer geartete Regierungsbildung einige Zeit dauern. Letztes Mal waren es etwa 50 Tage an. Und was während dieser Zeit geschieht, dürfte auf den Prozess Einfluss nehmen.

Dass der Irankrieg relativ bald nach den Wahlen wieder mit voller Wucht eskaliert, gilt als nicht unwahrscheinlich. Die USA verlagern wieder militärisches Equipment in die Region, die Rhetorik aller Seiten eskaliert. Die USA haben erneut Sanktionen gegen Russland ausgesetzt, um deren Öl und Diesel auf den Markt zu bekommen und somit den Preisdruck etwas zu senken. Außerdem wurden die Reisewarnungen für die Länder des Nahen Ostens angepasst. Ob Netanjahu von einem solchen Kriegsausbruch profitieren würde, ist offen. Das Image des „starken Mannes gegen Iran“ könnte ziehen, viele in der Bevölkerung befürworten weiter den Krieg gegen Iran. Andererseits hat die letzte Runde des Irankriegs auch in Israel schwere Verwüstungen hinterlassen; über zwanzig Menschen starben.

Vor den Wahlen hatte Netanjahu Berichten nach noch versucht, einen Angriff auf Iran zu starten. Dazu soll er den US-Präsidenten Donald Trump lobbyiert haben. Der soll aber einen erneuten Angriff aufgeschoben und Netanjahu kein grünes Licht gegeben haben. Netanjahus Büro dementierte den Bericht. Der israelische Sender Kanal 12 berichtete darüber hinaus, dass es einen Konflikt zwischen Netanjahu und dem Generalstabschef des israelischen Militärs Eyal Zamir gegeben habe. Demnach habe Netanjahu eine nicht weiter spezifizierte „Militäraktion“ angeordnet, die zu einem Konflikt mit Iran führen könnte. Zamir habe weitere Informationen gefordert und sich Netanjahus Anweisung nicht gefügt. Der Premier selbst dementierte diesen Bericht.

N.Kratochvil--TPP