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Bei der Krankenkasse DAK versicherte Beschäftigte waren im vergangenen Jahr im Schnitt 19,5 Tage krankgeschrieben. "Der Krankenstand in Deutschland pendelt sich demnach auf einem hohen Niveau ein", erklärte die Kasse am Dienstag. Im Vorjahr 2024 wurde den Angaben zufolge im Schnitt mit 19,7 Fehltagen nur geringfügig mehr verzeichnet.
Der DAK-Vorstandsvorsitzende Andreas Storm begrüßte vor diesem Hintergrund die vom Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angestoßene Debatte um den "im internationalen Vergleich hohen Krankenstand". Er fordert einen Krankenstands-Gipfel im Kanzleramt. Ziel müsse es sein, "Arbeitgeber, Gewerkschaften, Ärzteschaft und Krankenkassen an einen Tisch" zu bringen, um Ursachen und Lösungen zu diskutieren.
"Ein wichtiger Baustein kann die Einführung einer Teilkrankschreibung bei bestimmten Erkrankungen und Diagnosen sein", erklärte Storm weiter. Sie sei "bereits ein bewährtes Instrument in skandinavischen Ländern" und könne ein "wichtiges Instrument zur Senkung des Arbeitsausfalls" sein.
Das Berliner IGES Institut wertete im Auftrag der DAK-Gesundheit die Daten von rund 2,4 Millionen bei der Kasse versicherten Beschäftigten aus. Atemwegsprobleme, psychische Erkrankungen sowie Muskel-Skelett-Erkrankungen waren demnach zusammen für rund die Hälfte aller Ausfalltage verantwortlich.
Im Vorjahresvergleich gab es 2025 bei den psychischen Erkrankungen einen Zuwachs von 6,9 Prozent auf rund 366 Fehltage je 100 Versicherte. Die Fehltage aufgrund von Atemwegsproblemen und Muskel-Skelett blieben hingegen mit 378 beziehungsweise 347 Tagen je 100 Versicherte weitgehend unverändert.
"Psychisch bedingte Krankschreibungen sind oft mit langen Ausfallzeiten verbunden", sagt DAK-Vorstandschef Storm. "Die Betriebe stehen vor der Herausforderung, eine hohe Zahl an Ausfalltagen wegen dieser Erkrankungen kompensieren zu müssen. Auch mit Blick auf die Wirtschaft ist Prävention das Gebot der Stunde."
M.Soucek--TPP