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Der Chef des VW-Konzerns, Oliver Blume, hat neue US-Investitionen von der dortigen Zollpolitik abhängig gemacht. "Bei einer unveränderten Belastung durch die Zölle ist eine große zusätzliche Investition nicht finanzierbar", sagte er dem "Handelsblatt" laut Meldung vom Sonntag. Das gelte auch für ein mögliches Audi-Werk in den USA, für das im Konzern seit Monaten konkrete Pläne diskutiert werden.
"Was wir brauchen, sind kurzfristige Kostenentlastungen und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen", sagte Blume der Zeitung. Derzeit bestehe noch eine Schieflage: "Wer nach Europa exportiert, zahlt zum Teil geringere Zölle. Wenn wir exportieren, zahlen wir sehr viel höhere Zölle."
Zu dem geplanten Audi-Werk sagte der Konzernchef weiter, VW bleibe offen für Lösungen, von denen beide Seiten profitierten. Er habe dazu bereits faire und konstruktive Gespräche in den USA geführt. "Wir sind allerdings bislang zu keiner Lösung gekommen."
Blume forderte nach der Rede von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos zudem selbstbewusste Linie Europas. Die EU habe auf die Zoll-Drohungen "richtig" reagiert, sagt er dem "Handelsblatt". "Europa hat viele Stärken und kann mit Selbstvertrauen agieren. Deshalb sind klare Positionen wichtig."
Trump hatte nach wochenlangen Drohungen am Mittwoch nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Davos eine vorläufige Einigung im Streit um Grönland bekannt gegeben. Rutte erklärte, Trump und er hätten Wege besprochen, wie die Nato die gesamte Arktis absichern könne. Trump kündigte an, deshalb auf von ihm angekündigte Strafzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder zu verzichten. Die EU hatte zwischenzeitlich Gegenzölle erwogen.
B.Hornik--TPP