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Drei Monate nach der Verkündung eines milliardenschweren Auftrags zum Bau einer Konverterplattform für die Netzanbindung von Windkraft auf See ist ein weiterer Großauftrag für die Rostocker Neptun-Werft unter Dach und Fach. Wie der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz am Donnerstag mitteilte, wurden die Verhandlungen über den Bau eines zweiten Offshore-Konverters "erfolgreich abgeschlossen". Die IG Metall Küste reagierte erfreut.
Konverterplattformen sind wichtig, um Strom von Windparks auf See effizient ans Festland zu bringen. Windparks auf See erzeugen Wechselstrom, für eine möglichst verlustarme Übertragung über weite Strecken ist jedoch Gleichstrom nötig.
Bereits im Juni hatte 50Hertz mitgeteilt, dass ein Konsortium aus Siemens Energy und dem Unternehmen Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe) - ein Joint-Venture der Neptun-Werft und des belgischen Bauunternehmens Smulders - mit der Fertigung einer Offshore-Konverterplattform des neuen Zwei-Gigawatt-Standards beauftragt wurde; konkret für das Nordsee-Netzanbindungssystem LanWin6.
Nun wurden dem Übertragungsnetzbetreiber zufolge auch die Verhandlungen über den Bau eines Offshore-Konverters für das Anbindungsprojekt LanWin3 abgeschlossen - ebenfalls mit NSORe, wobei Siemens Energy auch weiterhin für die Lieferung der Hochspannungs-Komponenten verantwortlich ist. Damit sei "der Weg frei für das zweite Großprojekt, für das Schlüsselkomponenten bei NSORe gefertigt werden sollen, zum einen auf der Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde, zum anderen auf der Smulders-Werft in Vlissingen/Niederlande".
Das Auftragsvolumen für den NSORe-Anteil an den beiden Offshore-Konverteranlagen betrage zusammen rund 2,5 Milliarden Euro, erklärte 50Hertz weiter. Ein Großteil davon werde für Produktion und Dienstleistungen in Mecklenburg-Vorpommern verwendet.
"Mit unseren Projekten LanWin3 und 6 schaffen wir die Voraussetzung, große Mengen Offshore-Windstrom aus der Nordsee sicher in das deutsche Stromnetz zu integrieren", erklärte 50Hertz-Chef Stefan Kapferer. Als Auftraggeber benötige der Übertragungsnetzbetreiber dabei "leistungsfähige Partner und belastbare industrielle Strukturen". Diese seien in Rostock-Warnemünde vorhanden.
Die IG Metall Küste hob hervor, dass die Energiewende "industrielle Wertschöpfung in Deutschland" brauche. "Der erste Auftrag war ein Durchbruch, der zweite Auftrag ist der Beweis, dass Rostock-Warnemünde das Zeug zu einem dauerhaften Standort für den Bau von Offshore-Konverterplattformen hat", erklärte Bezirksleiter Daniel Friedrich. Nun komme es darauf an, "aus diesen Erfolgen langfristig gute Arbeitsplätze, Tarifbindung und eine verlässliche Zukunftsperspektive für die Küstenregion zu machen".
N.Kratochvil--TPP